Neue Eruption am Kilauea: Episode 43 mit über 100 Meter hohen Lavafontänen während der Aufbauphase
Am Morgen des 10. März 2026 hat am Gipfel des hawaiianischen Vulkans Kilauea eine neue eruptive Phase begonnen. Nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory startete die 43. Episode der seit Dezember 2024 andauernden Ausbruchsserie um 9:17 Uhr Ortszeit. In Deutschland war es bereits 20:17 Uhr. Zuvor hatten Instrumente eine deutliche Zunahme der seismischen Aktivität registriert, während mit Beginn der Eruption die Hangneigung des Vulkans schnell abzunehmen begann.
Der Ausbruch konzentriert sich vollständig auf den Halemaʻumaʻu-Krater innerhalb des Hawaii Volcanoes National Park. Bereits kurz nach Beginn der Eruption setzte kräftige Lavafontänentätigkeit ein. Am nördlichen Förderschlot erreichten die Fontänen eine Stunde nach Eruptionsbeginn bereits Höhen von mehr als 100 Metern. Gleichzeitig stieg eine Asche- und Gaswolke nahezu senkrecht über dem Krater auf. Die wechselhaften Winde am Gipfel können dazu führen, dass Tephra unvorhersehbar verteilt wird. Neben dem Gipfelbereich sind daher auch Ortschaften nördlich und östlich des Nationalparks potenziell von Ascheniederschlag betroffen. Beobachtungen der V1-Überwachungskamera nördlich der Krateröffnungen zeigten, dass bereits nach wenigen Minuten in der Umgebung viel Tephra niederprasselte.
Die Lavafontäne aus dem Nordschlot speist Lavaströme, die sich schnell über den immer flacher werdenden Kraterboden ausbreiten und den Halemaʻumaʻu langsam auffüllen. Gegen 10:00 Uhr Ortszeit begann zudem der südliche Krater überzulaufen, sodass Lava in den Kraterboden zurückfließt. Bereits zuvor hatte der nördliche Schlot gegen 8:17 Uhr eine Phase starken Überlaufens erreicht.
Die Vulkanwarnstufe steht weiterhin auf „Beobachtung“, während für die Luftfahrt der Farbcode Orange gilt. Lavaflüsse bleiben bislang auf den Krater und den südwestlichen Teil der Gipfelcaldera beschränkt.
Wie bei den meisten Episoden dieser Eruptionsserie erwarten Vulkanologen, dass die Aktivität möglicherweise nur einige Stunden bis maximal einen Tag anhält. Dennoch können Lavafontänen, Gasemissionen und Tephrafall kurzfristig starke lokale Auswirkungen haben.
