Sizilien: Erhöhte Seismizität im Norden

Erhöhte Seismizität im Norden von Sizilien – Küstenregion besonders betroffen

Im Norden Siziliens und dem angrenzenden Tyrrhenischen Meer, wo es gestern Abend ein starkes Erdbeben in großer Tiefe bei Neapel gegeben hatte, ist die Seismizität erhöht. Auffällig sind zwei kleiner Erdbebencluster kurz vor der Küste bei Milazzo und Marina di Patti, wo es seit dem 7. März 12 Erschütterungen gegeben hatte. Das stärkste brachte es auf eine Magnitude von 2,8 bei einer Herdtiefe von 10 Kilometern. Das Epizentrum befand sich 11 Kilometer westlich von Milazzo. 

Sizilien. © EMSC/Leaflet

Obwohl die Beben geringe Magnituden hatten und nicht spürbar waren, sind sie im Kontext von vulkane.net von besonderem Interesse, da sie mit dem Tindari-Letojanni-Fault in Verbindung standen. Hierbei handelt es sich um eine Blattverschiebung am Rand der Ionischen Platte, die von nördlich des Ätnas bis nach Vulcano und anderen Inseln des Liparischen Archipels reicht. Die Störungszone könnte auf Spannungsveränderungen im Umfeld der Vulkane reagieren: Auf Vulcano hatte es Anfang des Monats fluidbedingte Erdbeben gegeben, genauso wie es letzte Woche zu dem starken Erdbebenschwarm unter der Südwestflanke des Ätnas gekommen ist. Dieser Schwarm ist immer noch aktiv und sammelte zumindest bis gestern weitere Erdbeben ein. Dem nicht genug, sind die Regionen durch die Subduktion der Ionischen Platte auch mit den Vulkanen Kampaniens verbunden, wo es gestern Abend das erwähnte Erdbeben Mw 5,9 und 375 km Tiefe gab, das sich vor dem Golf von Neapel manifestierte.

Auch wenn ich es nicht wissenschaftlich beweisen kann und die meisten Stimmen sagen werden, dass es alles nur Zufall ist, kann ich mich der Ahnung nicht verwehren, dass es hier tatsächlich Hinweise auf großen Spannungsaufbau entlang der Störungen der Ionischen Platte gibt. Spannungen, die sich möglicherweise in den nächsten Wochen oder Monaten auf die Aktivität des einen oder anderen Vulkans Süditaliens auswirken und eine Eruption triggern könnten.