Neuer Magma-Volumenrekord unter Svartsengi auf Island eingestellt
Die Bodenhebung im Svartsengi-Gebiet auf Island geht weiter und fluktuiert nach einer recht langen Phase der Stabilität ein wenig: In den letzten 2 Wochen hatte es eine leichte Beschleunigung der Bodenhebung gegeben, die laut den Messwerten der letzten 3 Tage aber ins Stocken geraten zu sein scheint. Dennoch hält der langfristige Trend zur Druckbeaufschlagung des Speichersystems an und es wurde mit einem Magmenzufluss von 23 Millionen Kubikmetern seit dem Ende der letzten Eruption vor 217 Tagen ein neuer Rekord aufgestellt.

Zu keinem Zeitpunkt seit der initialen Gangintrusion am 9. November 2023 hat sich so viel Magma im flachen Speichersystem akkumuliert wie jetzt. Allerdings war der Magmastrom vom tiefen in den flachen Speicher zu keinem Zeitpunkt geringer als jetzt oder auch nur annähernd so gering. Darum ist es meiner Meinung nach nicht klar, ob die Druckzunahme reicht, um eine Eruption oder Gangbildung anzustoßen. Möglich, dass durch den langsamen Zufluss genug Zeit bleibt, damit sich die Schmelze im Porenraum des umgebenden Gesteins ausbreiten kann, ohne den Schwellwert für Rissbildungen im Gestein zu überschreiten.
Der Geophysiker Benedikt Gunnar Ófeigsson vom Icelandic Meteorological Office erklärt, dass die seismische Aktivität derzeit nicht zunimmt und es keine klaren Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch in der Kraterreihe Sundhnúkur gibt.
Auch er meint, dass es derzeit unklar ist, ob es zu einem weiteren Ausbruch kommt. Laut Benedikt könnte bereits eine kleine Veränderung einen Ausbruch auslösen, gleichzeitig könnte aber auch eine längere Phase der Unsicherheit bevorstehen.
Zusätzlich wurde in der vergangenen Nacht ein kleiner Erdbebenschwarm südlich der Insel Eldey auf dem Reykjanes-Rücken registriert. Das stärkste Beben erreichte Magnitude 2,7; die Aktivität hat sich inzwischen wieder beruhigt.
Nicht beruhigt hat sich eine muntere Erdbebentätigkeit unter Katla und angrenzenden Bereichen, von der auch die Hekla 2 Beben mitbekam. Einen Vulkanausbruch an einem der beiden Vulkane sehe ich aber noch nicht.