Vulkan Reventador erzeugt frequente Eruptionen – Vulkanasche in 4600 m Höhe
Nach Angaben des Geophysikalischen Instituts der Nationalen Polytechnischen Schule in Ecuador zeigt der Vulkan Reventador weiterhin eine hohe Aktivität an der Oberfläche und eine mäßige Aktivität im Inneren. Beobachtungen von Vulkanforschern vor Ort bestätigen eine anhaltende explosive Aktivität, bei der glühende Tephra und Aschewolken ausgestoßen werden. Letztere steigen laut VONA-Meldungen des VAAC Darwin bis auf eine Höhe von 4600 m (FL150) auf und driften sowohl nach Nordwesten als auch nach Südosten. Die Aschewolken erreichen eine Nettohöhe über dem Krater von gut 1000 m.
Die jüngsten Eruptionen wurden gefilmt und Videos verbreiten sich in den sozialen Medien. Sie zeigen, wie grobe Tephra bis zu Blockgröße am Fuß des Kraterkegels einschlägt und wie die Aschewolken bei wenig Wind fast senkrecht aufsteigen.
Neben den beschriebenen Phänomenen registrieren Satelliten thermische Anomalien, die durch Satellitenüberwachung festgestellt wurden. Darüber hinaus ist der Reventador seismisch aktiv. Während der jüngsten Beobachtungsperiode registrierten die Messstationen mehrere vulkanotektonische Erdbeben, Tremore und Explosionssignale. Insgesamt werden täglich zwischen 60 und 90 seismische Explosionssignale detektiert. In klaren Nächten kann glühendes Material beobachtet werden, das die Flanken des Vulkans hinabrollt.
Der rund 3570 m hohe Stratovulkan Reventador gehört zu den aktivsten Vulkanen Ecuadors und eruptiert seit der großen Eruption von 2002 nahezu kontinuierlich. Das Gebiet ist für seine starken Niederschläge bekannt und ein Marsch zum aktiven Kraterkegel, der sich in einer Caldera erhebt, artet oft in eine Schlammschlacht aus. Im Beobachtungszeitraum der letzten Woche wurde allerdings kein Niederschlag im Bereich des Vulkans gemeldet. Fachleute warnen jedoch, dass starke Regenfälle Lahare (Schlammströme) auslösen könnten, da sie abgelagertes Material an den Vulkanflanken mobilisieren.
Die Behörden halten die Warnstufe weiterhin auf Orange und überwachen die Entwicklung des Vulkans kontinuierlich.