Phivolcs warnt vor steigender Gefahr am Vulkan Mayon – Lava nähert sich der Vier-Kilometer-Marke
Das Philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) hat am Dienstag vor einer zunehmenden vulkanischen Gefährdung am Vulkan Mayon gewarnt. Anlass sind weit fortgeschrittene Lavaströme, die vom Dom ausgehend durch Schluchten fließen und über 3 Kilometer lang sein sollen. Pyroklastische Ströme legten Gleitstrecken von bis zu 4 Kilometern zurück und kamen damit der Grenze des Spergebiets mit einem Radius von 6 Kilometern um den Krater gefährlich nahe. Das Gefahrenpotenzial wächst, da auch von den Fronten weit fortgeschrittener Lavaströme Schuttlawinen und pyrokalstische Ströme abgehen, so dass sie bald über die Grenzen des Sperrgebiets hinausfließen könnten.
Paul Karson Alanis, Vulkanologe an der Beobachtungsstation Ligñon Hill Mayon, erklärte gegenüber der Lokalpresse, dass die Lavaströme mittlerweile rund 3,7 Kilometer zurückgelegt haben, das entspricht etwas mehr als der Hälfte der sechs Kilometer großen permanenten Gefahrenzone. Er bezeichnet es „als äußerst riskant“, sich der Gefahrenzone zu nähern.
Die größte Gefahr gehe von den pyroklastischen Strömen aus, die in einigen Bereichen Entfernungen von bis zu vier Kilometern vom Krater zurücklegten, so der Vulkanbeobachter. Er ergänzte, dass es sich hierbei um eine Mischung aus extrem heißem Gas und vulkanischem Material handelt. Tatsächlich gelten pyroklastische Ströme als so ziemlich das gefährlichste, was ein Vulkan zu bieten hat.
Gestern wurden 31 pyroklastische Ströme gezählt. Hinzu kamen 369 seismische Signale von Steinschlägen und Schuttlawinen und ein extrem hoher Schwefeldioxid-Ausstoß von 6400 Tonnen am Tag. Das sind die stärksten SO2-emissionen am Mayon seit mehr als 15 Jahren. Sie zeugt davon, dass viel Lava unterwegs ist und möglicherweise eine große Magmamenge dabei ist, aufzusteigen.
Nach Angaben von Phivolcs bleibt der Vulkan nach 28 aufeinanderfolgenden Tagen effusiver Eruptionen weiterhin auf Alarmstufe 3. Die Behörde weist erneut auf hohe vulkanische Risiken innerhalb der permanenten Gefahrenzone hin. Besonders betroffen seien die Schluchten Miisi im Süden, Bonga im Südosten und Basud im Osten, die zusätzlich von langsam vorrückenden Lavaströmen gespeist werden, so die Behörde.
Anhand der LiveCam-Aufnahmen lassen sich die angegebenen Längen der Lavaströme nur schwer oder überhaupt nicht nachvollziehen. Am rechten Bildrand des Fotos oben, das vom 30. Januar stammt, steigt Rauch von einem Brand auf, der die Front eines Lavastroms markieren könnte. Der Lavastrom selbst fließt durch eine nicht einsehbare Schlucht. Was man sonst an Rotglut sieht, sind Spuren der glühender Schuttlawinen.
