
Mayon-Vulkan: Unruhe wächst – Behörden warnen vor möglicher Eskalation
Der Mayon-Vulkan auf den Philippinen zeigt in den letzten Tagen eine deutliche Zunahme vulkanischer Aktivität, die sowohl Vulkanologen als auch Anwohner in Alarmbereitschaft versetzt. Heute gab PHILVOLCS-DOST ein Sonderbulletin heraus, nach dem es zu einer deutlichen Erhöhung der Signalstärke von Hintergrundbeben gekommen ist, obgleich es nicht zu einer Zunahme vulkanotektonischer Beben kam. Diese Art der Seismizität könnte auf einen verstärkten Magmenaufstieg in einem offenen Förderkanal hindeuten, was in einem erhöhten Domwachstum und einer Zunahme der Aktivität resultiert.
Der perfekt geformte Stratovulkan, der als einer der aktivsten des Landes gilt, hat seit Jahresbeginn eine Phase intensiver Unruhe durchlaufen, die am 6. Januar bereits zur Erhöhung des Alarmstatus auf Stufe 3 führte. Diese Stufe signalisiert einen „erhöhten Hang zu gefährlichen Eruptionen“ und wird von den philippinischen Vulkanologen des DOST-PHIVOLCS nicht leichtfertig ausgegeben.
Die Entwicklung begann bereits am 1. Januar, als die Behörden die Warnstufe von Level 1 auf Level 2 anhoben, nachdem vermehrt Steinschläge und seismische Unruhen registriert worden waren, die infolge des beschleunigten Wachstums des Lavadoms auftraten, bevor Teile davon kollabierten und pyroklastische Dichteströme (PDCs) talwärts rasten, was ein charakteristisches, aber gefährliches Zeichen fortschreitender Aktivität darstellt.
Am 8. Januar bildete sich am Lavadom ein neuer dunkler Bereich aus frischer Lava, begleitet von wiederholten pyroklastischen Strömen, die durch verschiedene Schluchten des Vulkanhangs abgingen, darunter der Miisi- und Bonga-Gully. Diese Ströme können Dimensionen erreichen, die für Menschen und Infrastruktur lebensbedrohlich sind, und die Behörden veranlassten die Evakuierung von tausenden Bewohnern aus den umliegenden Gemeinden.
Trotz der anhaltenden Aktivität zeigen überwachte Parameter ein gemischtes Bild: Zwar stieg die seismische Energie zuletzt spürbar an, doch Bodenverformung und Schwefeldioxid-Emissionen bewegen sich weiterhin auf moderatem Niveau, was nahelegt, dass der Vulkan derzeit effusiv („ausfließend“) statt explosiv aktiv ist.
PHIVOLCS warnt jedoch ausdrücklich, dass sich die Lage schnell verschärfen kann, wenn weitere Magmaintrusionen stattfinden. In diesem Fall könnte die Eruption in den kommenden Tagen oder Wochen an Heftigkeit zunehmen. Bis dahin gilt: Rund um den Mayon besteht eine ernsthafte Gefahr durch Lava, Lahare, Gesteinslawinen, pyroklastische Ströme und mögliche Aschewolken – und die Bevölkerung bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft.
