Merapi: Anhaltendes Domwachstum bestätigt

Merapi bleibt auf Alarmstufe 3 – Lavadom wächst weiter

Am indonesischen Vulkan Merapi hält die effusive Eruption mit hoher Aktivität an. Der 2.968 Meter hohe Vulkan auf Java steht weiterhin auf Alarmstufe „3“ bzw. „Orange“. Messungen des BPPTKG zeigen, dass die Magmazufuhr anhält, der Dom wächst und damit weiterhin die Gefahr von Lavaabbrüchen und pyroklastischen Strömen besteht.

Merapi (Archiv)

Besonders deutlich wird die Aktivität an den beiden Lavadomen im Gipfelbereich. Bei einem Drohnen-Observierungsflug wurde am 9. September festgestellt, dass das Volumen des Südwestdoms innerhalb einer Woche um 10.300 Kubikmeter angewachsen ist und nun 4,174 Millionen Kubikmeter beträgt. Der Dom in der Kratermitte konnte wegen der Dampfentwicklung nicht vollständig vermessen werden. Sein Volumen wurde deshalb unverändert mit 2,370 Millionen Kubikmetern angesetzt. Thermalkameras ermittelten am Südwestdom Temperaturen bis 331,7 Grad Celsius, am zentralen Dom wurden maximal 315,9 Grad gemessen. Die hohen Wärmeemissionen zeigen, dass beide Dome als aktiv eingestuft werden müssen.

Auch die Abgänge von glühenden Schuttströmen gehen weiter. Zwischen dem 4. und 10. September wurden 18 Abgänge in Richtung des Oberlaufs des Krasak und weitere 29 in Richtung Kali Sat/Putih registriert. Die längsten Laufstrecken betrugen 1,8 beziehungsweise 2 Kilometer. Am 14. September wurden weitere acht Lavaabgänge zum Kali Sat/Putih beobachtet, ebenfalls mit einer maximalen Reichweite von 2 Kilometern.

Die Seismizität bleibt ebenfalls hoch. Allein am 14. September registrierte das Überwachungsnetz 96 Abgangsbeben und 66 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben. Hinzu kamen drei flache vulkanotektonische Beben und drei tektonische Fernbeben. Die zahlreichen Hybridbeben gelten als Hinweis auf anhaltende magmatische Prozesse im Inneren des Vulkans.

Trotz der anhaltenden Aktivität zeigte die Deformation in der ersten Septemberwoche keine signifikanten Veränderungen. Das BPPTKG bewertet die Eruption weiterhin als effusiv und warnt vor Lavaabgängen und pyroklastischen Strömen, insbesondere im Süden bis Südwesten. Gefährdet sind unter anderem die Flusstäler Boyong, Bedog, Krasak und Bebeng sowie im Südosten Woro und Gendol. Bei Regen steigt zudem die Gefahr von Laharen. Die Sperrzone mit einem Radius von bis zu 7 Kilometern um den Krater wird aufrechterhalten.

Fünf indonesische Vulkane auf Alarmstufe „3“

In Indonesien stehen derzeit insgesamt 5 Vulkane auf Alarmstufe „3“. Neben dem Merapi sind dies Anak Krakatau, Lewotobi Lakilaki, Semeru und Sinabung. Der Anak Krakatau, der uns Anfang September in Atem hielt, ist inzwischen seismisch als auch eruptiv ruhiger geworden, dennoch könnte sich das bald wieder ändern.