Lavaabgänge Merapi setzen sich fort – Südwestdom wächst weiter
Auf Java in Indonesien hält die effusive Eruption am Merapi an und erzeugt zahlreiche Lavaabgänge, die besonders auf Nachtfotografien die charakteristischen Glutspuren hinterlassen. In einigen Fällen entstehen aus diesen Schuttlawinen auch kleine pyroklastische Dichteströme. Nach den aktuellen Messungen des indonesischen Vulkanüberwachungsdienstes PVMBG wurden am 2. Oktober innerhalb von 24 Stunden drei glühende Lavaabgänge beobachtet. Das Material bewegte sich bis zu 2000 Meter weit in Richtung Kali Sat und Kali Putih. Damit bleibt vor allem die Südwestflanke der am meisten gefährdete Bereich des Vulkans – nach dem Gipfelkrater versteht sich.

Am 2. Oktober registrierten die Seismometer 85 Abgangsbeben, 48 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben und acht flache vulkanotektonische Erdbeben. Die hohe Zahl der Hybridbeben gilt dabei als Hinweis auf Magmabewegungen im Fördersystem. Die Vulkanologen gehen davon aus, dass die Versorgung mit Magma weiterhin anhält und dadurch auch weitere pyroklastische Abgänge ausgelöst werden können.
Bereits in der Woche vom 25. September bis 1. Oktober wurden zehn Lavaabgänge dokumentiert. Hinzu kamen fünf pyroklastische Ströme. Die Lavaaktivität ist damit Teil eines länger anhaltenden Wachstums- und Kollapsprozesses der Lavadome am Gipfel.
Die Entwicklung des Südwestdoms ist besonders interessant, da dieser die größere Dynamik der beiden Dome zeigt. Bei einer Drohnenvermessung am 19. September wurde sein Volumen mit 4,1827 Millionen Kubikmetern angegeben. Bei der vorherigen Messung Anfang September waren es 4,1633 Millionen Kubikmeter. Innerhalb dieses Zeitraums nahm das Volumen somit um rund 19.400 Kubikmeter zu. Ende Juli lag der Wert noch bei etwa 4,0212 Millionen Kubikmetern. Über knapp zwei Monate ergibt sich damit ein Zuwachs von rund 161.500 Kubikmetern beziehungsweise etwa vier Prozent.
Der Dom wächst somit trotz regelmäßiger Lavaabgänge langsam weiter. Das Volumen des mittleren Domes beträgt 2,3696 Millionen Kubikmeter und hat sich in den letzten Wochen praktisch nicht verändert.
Der Merapi bleibt auf Warnstufe III (Siaga). Bei starken Regenfällen besteht zusätzlich die Gefahr, dass frische vulkanische Ablagerungen als Lahare mobilisiert werden und die Flusstäler hinabströmen. Die Behörden rufen deshalb dazu auf, die Gefahrenbereiche weiterhin zu meiden.