Erneuter Lavaüberlauf am Stromboli generiert einen weiteren Lavastrom auf der Sciara del Fuoco
Am Stromboli im Tyrrhenischen Meer kommt es seit heute Morgen zu einem erneuten Lavaüberlauf aus dem nordöstlichen Kratersektor. Wie das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie berichtet, wurde die Aktivität zuerst um 07:32 UTC auf Bildern von Überwachungskameras beobachtet. Die Lava fließt entlang der Sciara del Fuoco ab und löst Schuttlawinen aus, die bis zur Küste am Fuß der Feuerrutsche rollen.

Aus seismischer Sicht zeigt sich seit etwa 02:00 UTC ein deutlicher Anstieg der Tremoramplitude, die inzwischen ein hohes Niveau erreicht hat. Zuvor war sie nur moderat ausgeprägt und zeigte nach der Explosion vom Sonntag einen Tiefstand. Signifikante Veränderungen bei den Explosionsbeben wurden ebenso wenig registriert wie Bodenverformungen.
MIROVA verzeichnet eine moderate Thermalstrahlung mit 56 MW Leistung.
Laut dem aktuellen LGS-Bulletin für den 25. Mai zeigte der Vulkan eine anhaltend hohe Aktivität. Es traten etwa 15,4 VLP-Ereignisse pro Stunde auf, ein Wert, der deutlich über dem Normalwert von 5–12 stündlichen Ereignissen liegt. Die seismische Tremoraktivität wurde bereits gestern als hoch beschrieben.
Der akustische Explosionsdruck lag bei etwa 0,6 bar und damit im mittleren Bereich. Die Tiltmeter zeigten keine signifikante Deformation des Vulkangebäudes. Die thermische Aktivität wird als mittel eingestuft, wobei im Nordostsektor 842 thermische Transienten registriert wurden bei niedriger Amplitude. Dieser hohe Wert thermischer Durchgänge spricht für anhaltendes Lavaspattering – ein Vorbote der aktuellen effusiven Eruption.
Gegenüber den Messungen vom Samstag hat sich der Schwefeldioxidfluss normalisiert und betrug etwa 113 Tonnen pro Tag.
Am Sonntag dominierte somit ein insgesamt hohes Aktivitätsniveau ohne Hinweise auf signifikante Bodendeformationen oder Eskalation der explosiven Dynamik über das mittlere Niveau hinaus. Der Lavaüberlauf heute kündigte sich durch intensives Spattering an. In solchen Phasen ist die Gefahr für Paroxysmen groß und es könnten starke Explosionen entstehen. Im Extremfall ist die Generierung pyroklastischer Dichteströme möglich.