Erdbebenserie erschüttert den Süden der neuseeländischen Südinsel – Stärkstes Beben Mw 5,9
Datum: 16.07.2026 | Zeit: 09:14:54 UTC | Koordinaten: -45.025 ; 167.665 | Tiefe: 68 km | Mw 5,9
Eine Serie von Erdbeben hat am Donnerstagmorgen den äußersten Süden der neuseeländischen Südinsel erschüttert. Die stärkste Erschütterung erreichte eine Magnitude von 5,9 und ereignete sich um 09:14 UTC in ca. 68 Kilometern Tiefe. Innerhalb der folgenden 30 Minuten registrierten die seismischen Netzwerke mindestens sieben weitere Nachbeben mit Magnituden zwischen 3,2 und 4,1. Die Epizentren lagen dicht beieinander westlich der Region Fiordland und wurden vom EMSC 38 km nord-nordwestlich von Te Anau verortet. Die Daten sind als vorläufig anzusehen und könnten korrigiert werden.
Update: Die Werte wurden korrigiert und hier ergänzt. Zuerst wurde ein Beben Mb 5,6 gemeldet. Zudem wurde vorsorglich Tsunamialarm gegeben.

Das EMSC erhielt zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen von Bebenzeugen. Die meisten beschrieben das Hauptbeben als deutlich spürbar, aber vergleichsweise sanft. Häufig wurde von einem kurzen Ruck mit anschließendem rollenden Schütteln von bis zu 15 Sekunden Dauer berichtet. In Orten im Süden der Südinsel schwankten Möbel und Lampen, vereinzelt fielen kleinere Gegenstände um. Schäden wurden zunächst nicht bekannt. Die Intensität der Erschütterungen nahm mit der Entfernung vom Epizentrum schnell ab.
Tektonisch sind die Erdbeben Teil der äußerst aktiven Plattengrenze zwischen der Australischen und der Pazifischen Platte. Im Bereich von Fiordland geht die überwiegend seitliche Bewegung entlang der Alpine Fault weiter nördlich in die Puysegur-Subduktionszone über. Dort taucht die Australische Platte unter die Pazifische Platte ab. Dieser Übergangsbereich gehört zu den seismisch aktivsten Regionen Neuseelands und erzeugt regelmäßig mittelstarke bis starke Erdbeben. Die Herdtiefe des Hauptbebens von 60 Kilometern spricht dafür, dass der Bruch innerhalb der absinkenden Platte stattfand.
Die Nachbeben sind ein typisches Merkmal solcher Ereignisse. Sie entstehen, weil sich das Spannungsfeld in der Erdkruste nach dem Hauptstoß neu verteilt. Dass mehrere Erschütterungen innerhalb kurzer Zeit auftraten, deutet daher nicht zwangsläufig auf eine weitere Eskalation hin, sondern entspricht dem üblichen Verlauf einer Nachbebenserie.
Neuseeland liegt auf dem Pazifischen Feuerring und zählt weltweit zu den Regionen mit der höchsten seismischen Aktivität. Der Vulkanismus Neuseelands konzentriert sich allerdings auf die Nordinsel und es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Erdbeben im Süden und den Vulkanen im Norden. Dort ist in den letzten Monaten vor allem der Whakaari auf White Island aktiv gewesen und emittiert viel Gas mit gelegentlichem Ascheinhalt. Der Alarmstatus steht auf 2.