Island: Erdbeben Mb 3,8 unter Katla

Erdbebenschwarm unter dem Mýrdalsjökull: Mb 3,8 erschüttert Katla-Vulkan

Unter dem isländischen Gletscher Mýrdalsjökull, der den mächtigen Vulkan Katla bedeckt, gab es gestern einen weiteren Erdbebenschwarm, der sich aus 20 Einzelbeben zusammensetzt, die sich in den letzten 48 Stunden ereignet haben. einige der Beben hatten nur 50% Signalqualität und werden in der Shakemap nicht angezeigt. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 3,8. Zudem gab es neun weitere Beben zwischen Magnitude 1 und 2. Die übrigen Erschütterungen blieben unter Magnitude 1. Das stärkste Beben wurde am Mittwoch um 19:25 Uhr Ortszeit registriert. Nach Angaben von IMO handelte es sich um das stärkste Erdbeben in diesem Gebiet seit Ende Januar 2026, als dort zuletzt ein Ereignis der Magnitude 3,0 gemessen wurde.

Die Hypozentren konzentrieren sich überwiegend auf den zentralen Bereich der Katla-Caldera zwischen Hábunga und Goðabunga. Die meisten Erdbeben lagen in Tiefen zwischen 3 und 8 Kilometern, einige wurden aber auch mit einer Tiefe von 0 Kilometern katalogisiert, was Meeresspiegelniveau bedeutet. Allerdings können die automatischen Auswertungen auch zu falschen Werten führen, die später korrigiert werden. Wahrscheinlich handelt es sich um Unsicherheiten bei der Tiefenbestimmung aufgrund der komplexen Geologie und der mächtigen Eiskappe.

Viele der Beben manifestierten sich am Mittwochabend innerhalb weniger Minuten. Solche Schwärme sind typisch für Spannungsumlagerungen im Vulkangebäude oder für Bewegungen hydrothermaler Fluide. Ein eindeutiger Hinweis auf einen aufsteigenden Magmengang lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten. Es ist aber bekannt, dass es unter Katla eine Magmaakkumulation gibt. Bodendeformationsmessungen zeigen immer wieder schwankende Werte und lassen sich nicht eindeutig zuordnen, was ebenfalls der mächtigen Eisbedeckung geschuldet ist. Momentan zeigen die GPS-Daten eine Bodenhebung von ca. 2 Zentimetern an.

Die Katla zählt zu den aktivsten und gleichzeitig gefährlichsten Vulkanen Islands. Ihr Ausbruchspotenzial ist vor allem deshalb hoch, weil sich unter dem mehrere hundert Meter dicken Mýrdalsjökull große Mengen Schmelzwasser ansammeln können. Kommt es zu einer Eruption, drohen gewaltige Gletscherläufe (Jökulhlaups), die innerhalb kurzer Zeit weite Teile der Südküste überfluten können.

Im Svartsengigebiet gibt es weiterhin nur wenige Erdbeben. Die Bodenhebung setzt sich aller Wahrscheinlichkeit nach weiter fort – ungenaue Messungen der letzten Tage erschweren die Interpretation der Daten.