Peru: Überflutungen in Arequipa

Überflutungen in Arequipa nahe Vulkan Sabancaya – Straßen verwandelten sich in reißende Ströme

Extrem starke Regenfälle haben am Wochenende ein weiteres Mal zu dramatischen Szenen in der südperuanischen Stadt Arequipa geführt. Die sogenannte Torrentera Chullo, ein normalerweise trockener Wildbach, verwandelte sich innerhalb weniger Minuten in einen reißenden Strom aus Wasser, Schlamm und Geröll. Braune Fluten schossen durch Wohnviertel und rissen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellte. Augenzeugen berichten, dass die Strömung so stark war, dass ein Auto von den Wassermassen mitgezogen wurde.

Besonders betroffen waren Stadtteile im Norden und Westen der Stadt. Schlamm drang in Häuser ein, Straßen wurden unterspült und der Verkehr kam zum Erliegen. Einsatzkräfte versuchten, Abflüsse freizuräumen und besonders gefährdete Bereiche zu sichern. Viele Anwohner zeigten sich alarmiert über die Geschwindigkeit, mit der die Wassermassen anschwollen. Innerhalb kürzester Zeit stieg der Pegel so stark, dass kaum Zeit blieb, Fahrzeuge oder Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen.

Arequipa liegt am Rand der Anden in einer Region, die während der Regenzeit regelmäßig Starkregen ausgesetzt ist, wodurch die ansonsten trockenen „Torrenteras“ überflutet werden. Hierbei handelt es sich um steile, natürlich entstandene Abflussrinnen, die bei Starkregen große Wassermengen bündeln und aus den Bergen abführen. Die aktuelle Wetterlage begünstigt solche plötzlichen Sturzfluten.

Nur 70 Kilometer nordwestlich der Stadt erhebt sich zudem der aktive Vulkan Sabancaya, einer der aktivsten Feuerberge Perus. Zwar gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass die jüngsten Überschwemmungen durch Lahare ausgelöst wurden. Dennoch erinnert seine Nähe daran, dass Arequipa in einer geologisch dynamischen Region liegt, in der Naturgefahren vielfältig sind.

Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Vorsicht auf und warnten vor weiteren Niederschlägen. Meteorologen schließen nicht aus, dass es in den kommenden Tagen erneut zu starken Regenfällen kommen könnte. Für viele Bewohner bleibt die Sorge, dass die nächste Sturzflut nur eine Frage der Zeit ist.