Piton de la Fournaise: Neuer Erdbebenschwarm am Morgen

Piton de la Fournaise: Erdbebenschwarm sorgt nach kürzlicher Eruption für Unruhe

Der Piton de la Fournaise auf La Réunion ist kurz nach der letzten Eruption zwischen dem 17. und 20. Januar 2026 weiterhin seismisch aktiv und erzeugte in den frühen Morgenstunden des 7. Februar ein Schwarmbeben. Das seismische Netzwerk des OVPF registrierte innerhalb von gut einer Stunde 343 vulkanotektonische Erdbeben unter der Gipfelregion des Vulkans. Die meisten Erschütterungen waren sehr schwach und hatten Magnituden im Bereich der Mikroseismizität. Die Erdbebenherde befanden sich in geringen Tiefen von 1–2,5 Kilometern unter der Oberfläche und standen wahrscheinlich mit Magmenaufstieg in Verbindung. Der Boden im Gipfelbereich hob sich um einige Mikroradians.

Der Erdbebenschwarm manifestiere sich zwischen 03:08 Uhr und 04:05 Uhr Ortszeit, was dem späten Abend des 6. Februars zwischen 23:08 UTCund 00:05 UTC entspricht. Wahrnehmungsberichte liegen nicht vor, was bedeutet, dass praktisch keines der Beben eine Magnitude von 3 oder stärker hatte. Dennoch belegt der Erdbebenschwarm, dass nur 17 Tage nach dem Ende der jüngsten Eruption noch ausreichend Druck im Magmasystem vorhanden ist, um eine Intrusion bzw. einen Ausbruchsversuch zu starten.

Bereits Wochen vor der Eruption Mitte Januar hatte der Vulkan wiederholt seismische Unruhe gezeigt: Im Dezember 2025 kam es zu einem ausgeprägten Erdbebenschwarm mit über 200 registrierten Beben, der durch eine kleine Magmaintrusion in den oberflächennahen Magmareservoirbereich ausgelöst wurde – ein Vorgang, der damals nicht zu einem Ausbruch führte. Am 1. Januar 2026 zeigten Messdaten erneut eine Magmaintrusion mit rund 300 Beben und einer begleitenden Bodenverformung, die ebenfalls im Gestein versickerte, bevor es zur Eruption kam.

Die letzte Eruption dauerte nur wenige Tage und markiert den Beginn eines neuen Eruptionszyklus am Piton de la Fournaise. Normalerweise sind die Initialeruptionen nach längeren Pausen besonders stark, doch diesmal verhielt es sich anders. Daher ist die Annahme berechtigt, dass der Vulkan nur kurz pausieren wird und uns wahrscheinlich in den nächsten Wochen mit einer weiteren Eruption erfreuen wird. Da die Mehrzahl der Ausbrüche am Fournaise in unbewohntem Gebiet abläuft, darf man als Vulkanspotter ohne schlechtes Gewissen einem Ausbruch freudig entgegenfiebern.