Piton de la Fournaise: Magmaintrusion gestoppt – Alarmstufe weiter erhöht
Der französische Vulkan Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion (Indischer Ozean) zeigt weiterhin Zeichen erhöhter Aktivität, obwohl die jüngste Magmaintrusion vom 1. Januar 2026 als endgültig gestoppt gilt. Nach einer intensiven seismischen Krise am Morgen des Neujahrstags hatte sich die Lage zunächst zugespitzt, und viele Beobachter hofften auf einen baldigen Ausbruch. Doch das erwartete Magma kam -zum wiederholten Mal- nicht an die Oberfläche.

Trotzdem bleibt die Situation angespannt: In den vergangenen Stunden ist die seismische Aktivität erneut auf ein Niveau angestiegen, das mit jenem vor der Intrusion vergleichbar ist. Wissenschaftler berichten von etwa ein bis drei Erdbeben pro Stunde. Parallel dazu wird eine langsame, aber kontinuierliche Aufblähung des Gipfelbereichs registriert, was als ein deutliches Zeichen für eine anhaltende Druckzunahme im oberflächennahen Magmareservoir des Piton Fournaise interpretiert wird.
Dieser Druckaufbau kann mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate andauern, bevor das Reservoirdach bricht und Magma aufsteigt, was einen Ausbruch auslösen könnte. Gleichzeitig ist es aber auch möglich, dass dieser Prozess ohne kurzfristige Eruption endet.
Vor diesem Hintergrund hat die Präfektur von Réunion den Notfallplan ORSEC angepasst und die Alarmstufe 1 – die höchste Gefahrenstufe – wieder aktiviert. Dies bedeutet eine erhöhte Wachsamkeit, jedoch keine akute Eruption. Der Zugang zum oberen Teil der Caldera wurde unter Auflagen wieder freigegeben. Nur bestimmte Wanderwege sind geöffnet, während kritische Bereiche weiterhin gesperrt bleiben.
Die Behörden betonen, dass die Lage dynamisch bleibt. Eine neue Magmaintrusion oder eine plötzliche Zunahme der Aktivität könnten jederzeit zu einer weiteren Eskalation führen. Besucher und Anwohner werden daher dringend gebeten, die Sicherheitshinweise genau zu beachten. Doch auch wenn es zur Eruption kommen sollte, besteht für die Anwohner des Vulkans nur eine geringe Gefahr, dass die Lava bewohntes Gebiet erreicht. Von daher dürfen Vulkanspotter auf eine eruption hoffen.