Piton Fournaise: Vulkanausbruch geht Ende Februar weiter

Lavafeld am Piton Fournaise im Jahr 2007. © Marc Szeglat

Vulkanausbruch am Piton Fournaise hält an – Lage weitestgehend stabil

Der Vulkanausbruch, der am 13. Februar begann und somit nun 2 Wochen andauert, geht weiter und ist im Wesentlichen stabil. Größere Änderungen in den geophysikalischen Parametern gab es laut dem jüngsten OVPF-Bericht von gestern nicht. Die Dauer der Eruption reiht sich in das typische Geschehen am Fournaise ein und wenn es typisch bleibt, dann sollte die Eruption demnächst anfangen, sich abzuschwächen.

Doch dafür gibt es bislang keine signifikanten Anzeichen. Laut dem erwähnten Bericht ist immer noch eine Eruptionsstelle an der südöstlichen Flanke aktiv und es gibt eine kleine Lavafontäne, die vom Piton de Bert aus beobachtet werden kann. Die ausgeworfene Tephra akkumuliert sich um den Schlot und lässt den Schlackenkegel weiter wachsen, der sich zunehmend schließt, weshalb sich ein Lavakanal bildet, während sich hangabwärts Lavatunnel entwickeln.

Die Lavafront liegt weiterhin im unteren Bereich der Grandes Pentes auf etwa 660 m Höhe und rund 2,6 km von der Straße entfernt. Die aktivsten Bereiche des Lavastroms befinden sich nahe der Eruptionsstelle, wo sich das Lavafeld verbreitert und verdickt.

Die seismische Aktivität am Gipfel ist geringer geworden und die Wahrscheinlichkeit neuer Spaltenöffnungen nimmt ab: Innerhalb von 24 Stunden wurde nur ein vulkanotektonisches Beben registriert. Auch Felsstürze sind seltener geworden. Die Deflation des Gipfelbereichs, die im Anfangsstadium der Eruption durch die rasche Entleerung des flachen Magmareservoirs verursacht wurde, ist inzwischen abgeschlossen.

Der eruptive Tremor bleibt auf niedrigem Niveau relativ stabil, zuletzt mit leicht abnehmender Tendenz. Die aus Satellitendaten berechneten Lavaflussraten lagen in den letzten 24 Stunden bei maximal 19 m³/s. Seit Beginn des Ausbruchs wurden schätzungsweise rund 7 Millionen m³ Lava gefördert. Mit dieser Fördermenge ordnet sich der Ausbruch noch im unteren Bereich der moderaten Eruptionen ein: Ausbrüche am Piton Fournaise, die als klein bezeichnet werden, bringen 1–5 Millionen Kubikmeter Lava hervor. Das Spektrum mittelstarker Ausbrüche reicht bis 20 Millionen Kubikmeter und das starker Eruptionen bis 60 Millionen. Extremstarke Eruptionen können mehr als 100 Millionen Kubikmeter Lava fördern, so wie es zuletzt 2007 vorkam, als etwa 0,25 km³ Lava gefördert wurden. Damals bildeten sich große Lavafelder, die bis zur Küste reichten, und es gab einen Ocean Entry.