
Ascheeruptionen und pyroklastische Dichteströme am Kanlaon – neue Daten zum gestrigen Vulkanausbruch
Nach dem stärkeren Vulkanausbruch von gestern Abend, bei dem der Kanlaon nicht nur seinen Schlot freisprengte, sondern auch ein vulkanisches Gewitter erzeugte, setzt der philippinische Vulkan seine Aktivität fort. Heute gab es eine Ascheeruption, die eine VONA-Warnung auslöste, nach der die Aschewolke bis auf eine Höhe von 3700 m aufgestiegen ist und nach Südwesten driftete. Zudem wurden im Tagesverlauf 2 kleinere pyroklastische Dichteströme freigesetzt, die die untere Hälfte der Vulkanflanke erreichten.
Die beiden pyroklastischen Dichteströme gingen heute um 12:40 Uhr sowie um 14:05 Uhr Ortszeit ab. Beide Episoden dauerten jeweils etwa eine Minute und wurden durch einen Kollaps an der Lavafront des Lavastroms in der Bonga-Schlucht verursacht. Die Gleitstrecke wird von PHILVOLCS mit etwa 300 m angegeben. Die von den Dichteströmen ausgehende Aschewolke erreichte eine Höhe von rund 3000 m.
Neue Daten zu dem Vulkanausbruch mit dem vulkanischen Gewitter von gestern Abend zeigen, dass die initiale Eruption nur zwei Minuten anhielt, aber dennoch als mittelstark eingestuft wurde und spürbare Auswirkungen auf weite Teile der Region hatte.
Innerhalb kurzer Zeit stieg eine dichte, dunkelgraue Aschewolke rund 2.500 Meter über den Krater auf und driftete anschließend in südwestliche Richtung. In der Eruptionssäule wurden mehrfach vulkanische Blitze beobachtet – ein Hinweis auf die hohe elektrische Aufladung der Aschepartikel. Glühende Gesteinsfragmente wurden bis zu 1,5 Kilometer weit aus dem Gipfelbereich herausgeschleudert. Zudem gingen pyroklastische Dichteströme an den südöstlichen und östlichen Flanken des Vulkans nieder, die eine Reichweite von zwei Kilometern um den Krater hatten.
Messstationen registrierten eine deutliche Druckwelle mit einem Spitzenwert von 218 Pascal. Das Grollen der Detonation war noch in 30 Kilometern Entfernung hörbar. Berichte über rumbling sounds kamen sogar aus mehr als 175 Kilometern Entfernung, was Experten auf atmosphärische Schallausbreitung zurückführen.
Zwei Minuten nach der explosiven Phase ging der Ausbruch in eine anhaltende, 77 Minuten dauernde Ascheemission über. Starke Höhenwinde mit einer Geschwindigkeit von etwa 12 Metern pro Sekunde verteilten die Asche über große Teile der Negros-Inselregion und in zahlreichen Gemeinden kam es zu starkem Ascheniederschlag, der von schwefligem Geruch begleitet wurde. Besonders betroffen waren die Gemeinden La Castellana und Pontevedra in der Provinz Negros Occidental.
Für den Vulkan Mayon gilt die Alarmstufe 3. Das Betreten der 6 km breiten permanenten Gefahrenzone ist verboten.