Zwei schwache Erdbeben nahe am Laacher-See-Vulkan detektiert – keines der Beben war spürbar
In der Nähe des Laacher-See-Vulkans in der Vulkaneifel ereigneten sich seit gestern Abend, dem 26. Februar, zwei schwache Erdbeben. Der erste Erdstoß fand gestern Abend um 17:48:46 UTC in einer Tiefe von ca. 10 Kilometern statt und hatte eine Magnitude von 1,2. Das Epizentrum wurde vom EMSC nördlich des Laacher Sees lokalisiert und lag 4 km ostsüdöstlich von Bad Neuenahr-Ahrweiler und 24 km südsüdöstlich von Bonn. Wenige Stunden später, um 22:26:51 UTC, folgte ein weiteres Beben mit einer Magnitude von 0,5, ebenfalls in 10 km Tiefe. Dieses lag südlich des Vulkans, etwa 16 km westlich von Koblenz und 10 km südwestlich von Neuwied. Beide Beben waren sehr schwach und dürften von der Bevölkerung nicht gespürt worden sein.

Das erste Beben ereignete sich nicht eindeutig in der direkten Einflusssphäre des Laacher-See-Vulkans, könnte aber dennoch an einer Störung gelegen haben, die auf magmatische Prozesse im Untergrund angesprungen ist. Das zweite Erdstößchen lag unter dem Korretsberg bei Kruft, ca. 6 Kilometer südöstlich vom Laacher-See-Vulkan. Beim Korretsberg, der direkt neben einem Lavatagebau liegt, handelt es sich um einen Schlackenkegel, der deutlich älter als der Laacher-See-Vulkan ist und aus einer früheren – überwiegend effusiven – Eruptionsphase des Vulkanfelds der Osteifel stammt. Dennoch wird die Region südöstlich des Laacher-See-Vulkans heute von dessen Magmenkörper dominiert, der in der Tiefe schräg in die Richtung des Korretsbergs einfällt. Demnach könnten Erdbeben hier direkt von magmatischen Fluiden ausgelöst werden, die von diesem Magmenkörper aus aufsteigen.
Geologischer Hintergrund der Region
Der Laacher See ist die wassergefüllte Caldera eines Vulkans, dessen letzte große Eruption vor rund 13.000 Jahren stattfand. Er gehört zum quartären Vulkanfeld der Vulkaneifel, das Teil des Rheinischen Schiefergebirges ist. Die Region ist bis heute vulkanisch nicht erloschen, sondern gilt als ruhend. Hinweise auf magmatische Aktivität im Untergrund finden sich nicht nur in Erdbeben, sondern auch in Mofetten (CO₂-Austritte) im Bereich des Laacher Sees.