Rincón de la Vieja bleibt unruhig: zahlreiche phreatische Eruptionen und erhöhte Alarmstufe
Der Vulkan Rincón de la Vieja in Costa Rica setzt seine außergewöhnlich aktive Phase fort und erzeugte seit meinem letzten Update am 14. Juli mindestens 11 weitere phreatische Eruptionen, so dass sich ihre Gesamtzahl auf 39 erhöht. Die bislang jüngste von Vulkanologen bestätigte phreatische Eruption manifestierte sich am 29. Juli 2026 um 23:19 Uhr Ortszeit. Die Explosion wurde durch die seismischen Stationen sowie das Infraschall-Messnetz erfasst. Aufgrund dichter Bewölkung konnte keine Höhe der Eruptionswolke bestimmt werden. Hinweise auf Ascheemissionen oder neue Lahare lagen nach der Eruption zunächst nicht vor.

Das Ereignis reiht sich in eine Serie zahlreicher Dampfexplosionen ein, die den Vulkan im Juli prägten. Seit dem 2. Juli registrierte OVSICORI mindestens 38 phreatische Eruptionen, bevor die Aktivitätsstufe am 24. Juli angehoben wurde. Mehrere dieser Explosionen erzeugten Lahare, die über Flussläufe an der Nordseite des Vulkans abgingen. Nach lokalen Beobachtungen in sozialen Medien könnte es nach der offiziellen Meldung vom 29. Juli noch zu einem weiteren Ereignis gekommen sein. Sollte dieses durch die Vulkanologen bestätigt werden, würde sich die Zahl der Explosionen seit Anfang Juli auf mindestens 40 erhöhen.
Die Erhöhung der Aktivitätsstufe von „Advertencia“ auf „Precaución“ erfolgte aufgrund mehrerer Anzeichen einer verstärkten Aktivität. Neben den häufigen phreatischen Explosionen wurden vulkanotektonische Erdbeben und ein kleiner Erdbebenschwarm Ende Juni registriert. Hinzu wurde seit Mitte Juni ein allmählicher Anstieg des Schwefeldioxid-Ausstoßes festgestellt. Ersteigerte sich von gut 300 auf 460 Tonnen am Tag und liefert einen Hinweis auf aufsteigendes Magma. OVSICORI erwartet, dass weitere Explosionen auftreten können. Die Stärke der Eruptionen könnte sich dabei steigern.
Trotz früher Anzeichen aufsteigenden Magmas geht die aktuelle Aktivität weiterhin vom Hydrothermalsystem des Rincón de la Vieja aus. Der Vulkan besitzt einen sauren Kratersee, der durch vulkanische Wärme und Gase beeinflusst wird. Druckaufbau in diesem oberflächennahen System kann zur plötzlichen Freisetzung von Wasserdampf führen und phreatische Explosionen auslösen.