Schlammvulkan Piparo: Massive Rissbildungen richten Schäden an

Schlammvulkan Piparo weiter unter Druck – Schäden über die Feiertage

Der Schlammvulkan Piparo liegt im Zentrum der Karibikinsel Trinidad und hat über die Weihnachtsfeiertage seine zerstörerische Kraft entfesselt. In den frühen Morgenstunden des 24. Dezember 2025 nahm die Aktivität deutlich zu und hielt bis zum Folgetag an. In dieser Phase kam es zu häufigen, teils explosionsartigen Ausbrüchen, bei denen Schlamm und Gase über 4 Meter hoch ausgestoßen wurden. Die Eruptionen traten in kurzen Abständen von etwa 10 bis 20 Sekunden auf und waren deutlich hörbar. Soweit handelt es sich um ein Naturphänomen, doch infolge des unterirdischen Druckaufbaus kam es zu starken Bodenhebungen nebst Rissbildungen, die Schäden an der umliegenden Infrastruktur verursachten.




Die Risse durchzogen mehrere Wohnhäuser und Straßen im Umfeld des Schlammvulkans. Mehrere Zufahrtsstraßen wurden beschädigt und zeitweise unpassierbar, während einzelne Gebäude strukturelle Schäden erlitten. Geologen der Universität der Westindies und zuständige Behörden führten fortlaufend Lagebeurteilungen durch und leiteten Sicherheitsmaßnahmen ein, um die Bevölkerung zu schützen.

Wissenschaftlich betrachtet ist Piparo Teil eines außergewöhnlich aktiven geologischen Systems. Trinidad liegt an der Nahtstelle zwischen der Karibischen und der Südamerikanischen Platte, wo seitlich wirkende tektonische Kräfte Sedimente stark komprimieren. In dieser Region haben sich mächtige, wasser- und gasreiche Ton- und Schluffschichten angesammelt. Unter anhaltendem Druck stauen sich Fluide und Gase im Untergrund, bis sie entlang von Schwächezonen entweichen können. Schlammvulkane wie Piparo sind das sichtbare Resultat dieses Prozesses.

Aktuelle Messungen zeigen, dass sich der Druck im Untergrund zwar zeitweise abbaut, das System insgesamt jedoch aktiv und instabil bleibt. Neue Risse fungieren als temporäre Entlastungskanäle, erhöhen jedoch gleichzeitig das Risiko weiterer Bodenbewegungen.

Das Ministerium für ländliche Entwicklung und Kommunalverwaltung erklärte, dass gemeinsam mit Katastrophenschutz, Feuerwehr und weiteren staatlichen Stellen Schadensanalysen durchgeführt und Vorsorgemaßnahmen koordiniert würden. Anwohner wurden erneut aufgefordert, gefährdete Zonen zu meiden und auf mögliche neue Risse oder Gasaustritte zu achten. Auch nach dem Abklingen der stärksten Aktivität gilt Piparo weiterhin als potenzielle Gefahrenquelle, deren Entwicklung eng überwacht wird.

Trinidad ist vulkanischen Ursprungs und liegt vor der Küste es ölreichen Venezuelas. Schlammvulkane sind oft mit entsprechenden Strukturen assoziiert. Weiter nördlich befindet sich der vulkanische Inselbogen der Kleinen Antillen, wo es zahlreiche echte Vulkane gibt. Gestern manifestierte sich östlich von Martinique mit dem Montagne Pele ein Erdbeben der Magnitude 5,5, dass sich auch auf den aktiven Vulkan auswirken könnte.