Schwarmbeben unter der Laguna del Maule: Zeichen neuer Unruhe in einem ungewöhnlichen Vulkansystem
Ein intensiver Erdbebenschwarm unter der chilenischen Caldera Laguna del Maule sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit unter Vulkanologen. Innerhalb kurzer Zeit registrierte das seismische Netzwerk von SERNAGEOMIN mehr als 150 vulkanotektonische Erschütterungen. Diese Bebenart entsteht, wenn Gestein infolge des Aufstiegs magmatischer Fluide im Untergrund bricht. Trotz der Aktivität bleibt die offizielle Alarmstufe vorerst auf Grün, unmittelbare Hinweise auf einen bevorstehenden Ausbruch sehen die Behörden nicht.
Bei der Laguna del Maule handelt es sich um einen ausgedehnten Vulkankomplex in den chilenischen Anden nahe der Grenze zu Argentinien. Schon seit Jahren gilt sie als eines der bemerkenswertesten vulkanischen Unruhegebiete Südamerikas. Der aktuelle Schwarm reiht sich in eine lange Serie ähnlicher Episoden ein, die den Vulkan seit den frühen 2010er-Jahren prägen. Die Schwarmbeben stehen mit Prozessen im tiefen Untergrund im Zusammenhang und sind Zeichen eines langsamen Aufladens des Magmareservoirs.
In diesem Zusammengang ist die große Bodenhebung des Gebietes besonders auffällig. Seit Beginn der präzisen Satelliten- und GPS-Messungen wurde eine starke Inflation registriert. In Teilen der Caldera hob sich der Boden zeitweise um mehr als 20 Zentimeter pro Jahr, was ein außergewöhnlich hoher Wert ist, der mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde, wäre die Region dichter besiedelt. Insgesamt summiert sich die Hebung inzwischen auf mehrere Meter. Wissenschaftler führen dies auf Magmenzufuhr in Reservoirs unterhalb der Caldera zurück, wobei das flachste nur 5 Kilometer tief liegt und damit in einer Zone, von der aus die meisten Vulkanausbrüche gespeist werden.
In diesem Zusammenhang werden auch die aktuellen Schwarmbeben betrachtet. Vulkanotektonische Erschütterungen treten häufig auf, wenn sich Spannungen durch aufsteigendes Magma neu verteilen. Allerdings bedeutet ein Schwarm nicht automatisch, dass eine Eruption unmittelbar bevorsteht. Die Laguna del Maule zeigte in den vergangenen Jahren wiederholt ähnliche Phasen erhöhter Seismizität, ohne dass es zu einem Ausbruch kam. Langfristig betrachtet kann es allerdings sehr wohl zu einem Ausbruch kommen.
Leider hat sich SERNAGEOMIN dazu entschlossen sämtliche Echtzeitdaten von seiner Website zu entfernen und auch die Livecams laden bei mir nicht mehr. Ein Rückschritt dem möglicherweise bald weitere Institute und Behörden folgen werden, damit die Datenhoheit bei ihnen bleibt und sie den Informationsfluss in Richtung Bevölkerung diktieren können.
