Zunahme seismischer Aktivität am Sinabung schürt Sorge vor erneuter Dombildung – Katastrophenschutz gibt Warnung aus
Am indonesischen Vulkan Sinabung auf Sumatra registrieren Vulkanologen vom VSI Anzeichen einer Aktivitätssteigerung, die sich in erster Linie in Form einer Zunahme vulkanotektonischer Erdbeben äußerte. Darüber hinaus wurden auch Niederfrequenzerdbeben, Tornillos und seismische Signale registriert, die durch Gasexhalationen zustande kamen. Eine Dampfwolke stieg bis zu 600 m hoch auf. Daraufhin gab das PVMBG (Zentrum für Vulkanologie und geologische Katastrophenvorsorge) eine Warnung aus und wies darauf hin, das Sperrgebiet nicht zu betreten. Der Alarmstatus blieb auf 2 bzw. Gelb.

Die höchste Anzahl an Erdbeben wurde am 1. August registriert, als das seismische Netzwerk neben 7 VT-Erdbeben und einem Niederfrequenzerdstoß auch einen Tornillo registrierte. Diese selten auftretenden Erdbebensignale kündigten am Galeras spontane Explosionen an. Am 5. August wurden unter anderem fünf tiefe vulkanische Beben mit vergleichsweise hoher Amplitude aufgezeichnet.
Die Zunahme der Seismizität ist insofern beunruhigend, da am Sinabung sowohl phreatische Dampfexplosionen als auch magmatische Eruptionen möglich sind. Besonders gefürchtet ist die Bildung eines neuen Lavadoms. Aber auch jede Form explosiver Tätigkeit könnte zu Kollapserscheinungen des alten Domgebildes sorgen, was dementsprechend starke Schuttströme verursachen würde. Wahrscheinlich würden keine pyroklastischen Ströme entstehen, da der Dom der Eruptionsphase von 2010 weitestgehend abgekühlt sein sollte.
Damals erwachte der Sinabung – der unweit der gigantischen Toba-Caldera auf Sumatra liegt – aus einer gut 400 Jahre dauernden Ruhezeit und erzeugte zunächst phreatische Ausbrüche und entwickelte anschließend eine der bedeutendsten Eruptionsserien, die Indonesiens in diesem Jahrhundert heimsuchte. Die Eruption wurde durch die Bildung eines Lavadoms geprägt, der eine Reihe pyroklastischer Ströme und Lahare hervorbrachte, die mehrere Kilometer Entfernung zurücklegten, Infrastruktur zerstörten und Todesopfer forderten.
Seit März 2024 gilt am Sinabung die Warnstufe „2“. Das PVMBG untersagt Aktivitäten innerhalb eines Radius von zwei Kilometern um den Gipfel. Für den südöstlichen Sektor wurde aufgrund der bevorzugten Abflusswege pyroklastischer Ströme eine erweiterte Sperrzone von 3,5 Kilometern eingerichtet.