Spanien: Verheerender Waldbrand bei Madrid

Verheerender Waldbrand bei Madrid außer Kontrolle: Gebiet größer als Frankfurt abgebrannt

Der verheerende Waldbrand, der ca. 60 Kilometern nordöstlich von Madrid entfernt wütet, hat sich zu einem der schwersten Brände entwickelt, die Spanien in den vergangenen Jahren erlebt hat. Seit seinem Ausbruch am Donnerstag breiten sich die Flammen in der Provinz Guadalajara in der Region Kastilien-La Mancha nahezu ungebremst aus. Nach aktuellen Angaben der Behörden wurden inzwischen rund 260 Quadratkilometer Vegetation zerstört – eine Fläche, die sogar etwas größer ist als das gesamte Stadtgebiet von Frankfurt am Main.

Waldbrand

Das Feuer erfasst vor allem ausgedehnte Kiefernwälder, Buschland und trockenes Gras, die nach monatelanger Trockenheit extrem leicht entflammbar sind. Es sind aber auch besonders wertvolle Eichenbestände betroffen. Die Flammen fressen sich stellenweise mit hoher Geschwindigkeit durch die Landschaft und hinterlassen großflächig verbrannte Vegetationsgebiete. Die Feuerfront erstreckt sich mittlerweile über mehr als 120 Kilometer und verändert ihre Ausbreitungsrichtung immer wieder.

Um Menschenleben zu schützen, wurden gut 30 Ortschaften vorsorglich geräumt. Etwa 1.200 Einwohner mussten ihre Häuser verlassen. Bislang wurden keine Todesopfer oder schwer verletzten Personen gemeldet. Zahlreiche Wohngebäude konnten durch den massiven Einsatz der Feuerwehr bislang vor den Flammen bewahrt werden.

An den Löscharbeiten beteiligen sich mehrere Hundert Feuerwehrleute, Forst- und Katastrophenschutzeinheiten sowie Soldaten der spanischen Militärischen Notfalleinheit (UME). Unterstützt werden sie von 45 Löschflugzeugen und Löschhubschraubern, die ununterbrochen Wasser und Löschmittel über den Brandherden abwerfen. Gleichzeitig legen Einsatzkräfte kilometerlange Brandschneisen an, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen. Die Winde sind teilweise allerdings so stark, dass Funken diese überspringen. Der Großbrand erzeugt inzwischen ein eigenes Windsystem, wodurch sich neue Glutnester bilden und das Feuer unberechenbar wird. Zusätzlich wird die Bekämpfung des Brandes durch die anhaltende Dürre und hohen Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius erschwert.

Die genaue Ursache des Brandes wird noch untersucht. Unabhängig davon sehen Wissenschaftler den Klimawandel als wichtigen Hintergrundfaktor. Zwar lässt sich ein einzelnes Feuer nicht unmittelbar auf die globale Erwärmung zurückführen, doch steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und häufigere Hitzewellen verlängern die Waldbrandsaison und schaffen Bedingungen, unter denen sich Vegetationsbrände deutlich schneller ausbreiten und schwerer kontrollieren lassen.