Anhaltend hohe Seismizität unter Teneriffa und den Kanaren – 324 Erdbeben auf Wochensicht
Der aktuelle GUAYOTA-Bericht für die Kanarischen Inseln zeigt, dass auch in der vergangenen Woche die seismisch-vulkanische Aktivität unvermindert anhielt. Für den Berichtszeitraum von Freitag, 3. April 2026, um 00:00 Uhr bis Freitag, 10. April 2026, um 00:00 Uhr wurden unter dem gesamten Archipel 327 Erdbeben festgestellt. Besonders im Fokus steht dabei Teneriffa, wo mit 308 registrierten Erdbeben der Großteil der gemessenen Ereignisse auftrat. Dieser Wert liegt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt, als es auf Teneriffa meistens weniger als 30 Beben in der Woche gab. Man kann mindestens von einer Verzehnfachung der Seismizität ausgehen.
Das stärkste Beben erreichte eine Magnitude von 3,4 und ereignete sich am 9. April 2026 in der Meerenge zwischen Teneriffa und Gran Canaria. Dieses Ereignis steht im Zusammenhang mit einer bekannten tektonischen Störungszone zwischen den beiden Inseln, in deren Nähe auch der submarine Vulkan Enmedio liegt. Insgesamt wurde in dieser Woche eine seismische Energie von rund 1,12 Gigajoule freigesetzt – ein Wert, der im langfristigen Vergleich als moderat einzustufen ist.
Auf Teneriffa wurden auch in dem genannten Beobachtungszeitraum wieder erhöhte Kohlendioxid-Emissionen festgestellt. Qualitativ lagen sie im Bereich des Durchschnitts der letzten 30 Tage. Leicht erhöht war hingegen die Gastemperatur, deren Maximalwert bei 81 Grad lag und damit 1 Grad über den langfristigen Durchschnittswerten.
Auch auf den übrigen Inseln wie Gran Canaria, El Hierro und La Palma wurde seismische Aktivität registriert, allerdings auf niedrigem Niveau. Auf La Palma wurden 15 Beben festgestellt, was deutlich weniger ist als während des Ausbruchs im Jahr 2021. Allerdings sind die geophysikalischen und geochemischen Parameter noch nicht vollständig zum Normalzustand zurückgekehrt. Insbesondere werden in einigen Regionen nahe des zuletzt aktiven Eruptionsgebiets am Tajogaite erhöhte Kohlendioxid-Emissionen festgestellt.
Die vulkanischen Warnstufen bleiben auf den meisten Inseln stabil: Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und El Hierro befinden sich weiterhin auf „Grün“, was uneingeschränkte Alltagsaktivitäten ermöglicht. Für La Palma gilt hingegen weiterhin „Gelb“, was eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber offiziellen Mitteilungen der Behörden erfordert.
Insgesamt bestätigt der Bericht eine stabile, wenn auch aufmerksam zu beobachtende Lage ohne unmittelbare Gefährdung für Bevölkerung und Besucher.