Sakurajima: 2 Eruptionen am 10. April

Sakurajima eruptierte 2 Mal hintereinander – Vulkanasche in 2700 m Höhe detektiert

Auf der japanischen Insel Kyushu eruptierte der Vulkan Sakurajima innerhalb von einer halben Stunde 2 Mal: Die erste Eruption wurde um 07:10 UTC gemeldet und förderte eine Aschewolke bis auf 2400 m Höhe. Um 07:37 UTC gab es eine 2. VONA-Meldung, nach der Asche in 2700 m Höhe detektiert wurde. Sie driftete mit einer Geschwindigkeit von 92 km/h in Richtung Nordosten und breitete sich über große Entfernung aus. Aufgrund des starken Windes wurden die Eruptionswolken flachgedrückt. Bei der zweiten Explosion wurde Asche über den Vulkanhang geweht, wo sie auch die Straße am Fuß des Vulkans erreichte und einhüllte. Es kam zu Ascheniederschlag, der sich auf der Fahrbahn ablagerte und die Straße rutschig machte. Die Eruptionen gehen weiterhin ausschließlich vom Minamidake aus. Der Showadake bleibt ruhig.

Bereits am 9. April kam es um 00:26 Uhr zu einem Ausbruch im Gipfelkrater. Die Asche- und Gaswolke stieg dabei bis zu 500 m über den Kraterrand auf. In der Nacht wurden zudem mithilfe hochempfindlicher Kameras Glüheffekte im Krater beobachtet.

Vulkanische Erdbeben treten derzeit häufiger als sonst auf: Täglich werden zwischen 20 und 30 Beben registriert. Gelegentlich kommt es zu vulkanischem Tremor. Die Schwefeldioxid-Emissionen liegen auf hohem Niveau.

GNSS-Messungen zeigen über längere Zeit hinweg eine langsame Ausdehnung der Basislinien im Bereich der Aira-Caldera (innerer Teil der Kagoshima-Bucht). Dies deutet auf eine fortschreitende Magmaansammlung in größerer Tiefe hin. Unterhalb der Aira-Caldera sammelt sich bereits seit längerer Zeit Magma an. Daher ist davon auszugehen, dass die vulkanische Aktivität anhält.

Es gilt weiterhin die Alarmstufe „3“ und ein Besteigungsverbot des Sakurajima. Die Vulkanologen warnen vor einem großen Spektrum an Vulkangefahren. Hierunter befinden sich pyroklastische Ströme und Lahare, die neben dem Ascheregen auch außerhalb des Sperrgebiets auftreten könnten. Explosionsbedingte Druckwellen können Fensterscheiben beschädigen oder zerstören. Entsprechende Vorsicht ist geboten.

Beim Sakurajima handelt es sich derzeit um den aktivsten Vulkan Japans. Ebenfalls häufig eruptiert der Inselvulkan Suwanosejima, der südlich von Kyushu liegt. Zu diesem Vulkan wird beim JMA eine Meldung vom 28. März angezeigt, nach der es zu einer explosiven Eruption gekommen war, die Vulkanasche bis zu 1000 m über Kraterhöhe ausgeworfen hatte.