Bericht für den März zeigt: starke Temperaturgegensätze in Nordamerika infolge des Klimawandels
Der März 2026 reiht sich global betrachtet in eine Serie außergewöhnlich warmer Monate ein und belegt einmal mehr die Dynamik des Klimawandels. Nach aktuellen Daten des europäischen Klimadienstes Copernicus war er der viertwärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen. Mit einer globalen Durchschnittstemperatur von 13,94 Grad Celsius lag er rund 1,48 Grad über dem vorindustriellen Niveau der Periode 1850–1900 – ein Wert, der bedenklich nahe an die im Pariser Klimaabkommen angestrebte Begrenzung des Temperaturanstiegs von 1,5-Grad liegt.

Auffällig sind dabei die starken regionalen Unterschiede in der Temperaturverteilung. Während Teile des südlichen Nordamerikas ungewöhnlich hohe Temperaturen verzeichneten – mit Abweichungen von über sieben Grad gegenüber dem langjährigen Mittel –, erlebten Kanada und Alaska gleichzeitig eine ausgeprägte Kälteperiode mit Durchschnittstemperaturen von -12 Grad. Solche Gegensätze sind kein Widerspruch, sondern Ausdruck komplexer atmosphärischer Zusammenhänge. Verschiebungen im Jetstream können warme Luftmassen weit nach Norden lenken und gleichzeitig kalte Polarluft nach Süden drücken.
Auch in Europa zeigte sich ein differenziertes Bild des Klimawandels. Nordosteuropa verzeichnete überdurchschnittlich warme Bedingungen, während Südeuropa und Teile des östlichen Mittelmeerraums etwas kühlere Temperaturen meldeten. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in der Arktis, wo die Temperaturen stellenweise bis zu zwölf Grad über dem Durchschnitt lagen. Diese sogenannte arktische Verstärkung gilt als eines der deutlichsten Signale des Klimawandels.
Zugleich richtet sich der Blick der Forschenden bereits auf den tropischen Pazifik. Einige Klimamodelle deuten darauf hin, dass sich im Laufe des Jahres ein starker El Niño entwickeln könnte. Noch ist die Lage unsicher, doch erste Anzeichen einer Erwärmung der Meeresoberflächen sorgen für Aufmerksamkeit. Sollte sich das Phänomen tatsächlich ausbilden, könnte es die globalen Temperaturen zusätzlich nach oben treiben und bestehende Wetterextreme verstärken.
Forschende sind der Ansicht, dass die klimatischen Bedingungen einzelner Monate noch keine endgültigen Schlüsse über langfristige Trends erlauben. Dennoch passt der März 2026 in das klare Muster der fortschreitenden globalen Erwärmung, die von zunehmenden Wetterextremen und stärkeren regionalen Schwankungen begleitet wird.