Teneriffa: Erdbeben Ml 4,4 vor der Küste

Erdbeben ML 4,4 zwischen Teneriffa und Gran Canaria – sehr wahrscheinlich tektonisch bedingt

Datum: 26.02.2026 | Zeit: 12:26:15 UTC | Koordinaten: 28.081 ; -16.166 | Tiefe: 5 km | ML 4,4

Nach den Schwarmbeben der vergangenen Tage, die sich unter dem Vulkan Teide auf Teneriffa manifestierten, gab es heute Mittag um 12:26:15 Uhr UTC ein Erdbeben, das laut INVOLCAN eine Lokalmagnitude von 4,4 hatte und sich in der Meerenge zwischen Teneriffa und Gran Canaria zutrug. Die Herdtiefe wurde in nur 5 Kilometern ausgemacht. Davon abweichend gab das EMSC eine Magnitude Mb 3,6 an und legte das Hypozentrum in 10 Kilometern Tiefe fest. Der Erdstoß wurde 44 km süd-südöstlich von Santa Cruz de Tenerife verortet. Die Herdtiefe betrug demnach 10 Kilometer.

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Teneriffa. © EMSC/Leaflet

Der Erdstoß konnte von den Bewohnern beider Inseln leicht gespürt werden und es liegen Wahrnehmungsmeldungen vor. Die Bebenzeugen beschreiben leichte Bewegungen und Vibrationen.

Sehr wahrscheinlich gab es keinen direkten Zusammenhang zwischen den Schwarmbeben der letzten Tage und dem stärkeren Erdstoß. Das Seegebiet zwischen den beiden Inseln gilt als eine der seismisch aktivsten Zonen des kanarischen Archipels. Jede Woche registrieren die Messstationen zahlreiche schwächere Beben, die meist kaum wahrgenommen werden. Erdstöße der Magnitude 4 sind aber nicht nur spürbar, sondern auch vergleichsweise selten. Die Aufzeichnungen der letzten Jahre zeigen, dass es bereits am 18. Januar 2019 ein Beben gleicher Magnitude gab. Das bislang stärkste instrumentell erfasste Ereignis in diesem Bereich datiert vom 9. Mai 1989 und erreichte eine Magnitude von 5,2.

Die Ursachen liegen in der tektonischen und vulkanischen Natur der Kanaren. Neben der bekannten vulkanischen Aktivität im Bereich des submarinen Vulkans Enmedio existieren aktive tektonische Störungszonen, die die Inseln durchziehen und eine anhaltende Hintergrundseismizität erzeugen. Einige dieser Strukturen verlaufen direkt im Sektor zwischen Teneriffa und Gran Canaria und waren wahrscheinlich für das aktuelle Beben verantwortlich. Die INVVOLCAN-Experten sehen keine Hinweise auf eine Verbindung zum mehrere Kilometer entfernten Unterwasservulkan „Vulkan de Enmedio“.

Bereits um 12:32 Uhr registrierten die Messgeräte ein Nachbeben der Magnitude 2,5. Weitere kleinere Erschütterungen in den kommenden Stunden oder Tagen gelten als möglich.

Auf der Shakemap sind auch 2 Beben vor der Südküste von El Hierro zu erkennen. Sie hatten Magnituden im Zweierbereich und lagen in fast 30 Kilometern Tiefe. Nicht zu sehen ist der Erdstoß Mb 4,2, der sich nachts bei der weiter nördlich gelegenen Insel Madeira ereignete.