Teneriffa: Erneut erhöhte Seismizität detektiert

Erdbebenaktivität unter Teneriffa erneut erhöht – Schwarmbebentätigkeit detektiert

Nachdem es in der letzten Woche einen Rückgang der Erdbebenaktivität gegeben hatte, obgleich das Niveau immer noch deutlich überdurchschnittlich war, zog die Seismizität in den letzten Tagen erneut an. Allein in den letzten 3 Tagen gab es ca. 40 Beben mit Magnituden ab 1,0. Die Anzahl schwächerer Erdbeben ist noch nicht bekannt. Der Großteil der Erdbebenaktivität konzentriert sich erneut auf den südwestlichen Bereich der Caldera Las Cañadas im Gipfelbereich des Vulkans Teide. Die Herdtiefen liegen zwischen 10 und 16 Kilometern und stehen mit dem Aufstieg magmatischer Fluide in Verbindung. Eine unmittelbare Ausbruchsgefahr gibt es noch nicht. Urlauber können ihre Sommerferien auf Teneriffa genießen, dennoch sollte man sich informiert halten.

Teneriffa. © IGN

Die Häufung der Erdbeben in einem begrenzten Gebiet sowie das Auftreten mehrerer kleiner Erdbebenschwärme ist auffällig und hängt mit dem seit gut 10 Jahren messbaren Wiederaufladungsprozess des Teide-Vulkans zusammen. Besonders am 21. und 22. Juli wurden zahlreiche Mikrobeben registriert, die in den Seismogrammen kleine Peaks erzeugen.

In der Vorwoche gab es weniger Erdbeben als in den Wochen davor, dennoch wurden unter Teneriffa 283 Erdbeben detektiert. Die maximale Magnitude betrug 2,0 bei einem Beben zwischen Teneriffa und Gran Canaria. Die gesamte dabei freigesetzte seismische Energie lag bei 0,007 Gigajoule.

Trotz der zunehmenden Unruhe zeigen andere Überwachungsdaten derzeit keine deutlichen Veränderungen. Nach Angaben von GUAYOTA wurden in der vergangenen Woche keine relevanten Bodenverformungen festgestellt. Die geochemischen Messungen zeigen weiterhin erhöhte diffuse Kohlendioxid-Emissionen. Seit 2016 wird ein Prozess der langsamen Druckzunahme im vulkanisch-hydrothermalen System beobachtet. Die Vulkanologen meinen, dass solche Prozesse in aktiven Vulkansystemen auf kurzen und mittleren Zeitskalen normal sein können.

Auf den anderen Inseln der Kanaren gab es ebenfalls einige Erdbeben, wobei die Aktivität insgesamt als niedrig eingestuft werden kann. So wurden auf La Palma nur 2 Erschütterungen detektiert.

Der vulkanische Alarmstatus bleibt auf allen Inseln unverändert: Die Warnstufen auf Teneriffa, El Hierro, Lanzarote und Gran Canaria stehen weiterhin auf Grün. Lediglich La Palma befindet sich aufgrund anhaltender Veränderungen nach der Eruption weiterhin auf Gelb. Die aktuelle Aktivität auf Teneriffa wird eng überwacht, liefert bislang jedoch keine eindeutigen Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Eruption.