Teneriffa: Hohe Anzahl an Erdbeben unter dem Vulkan Teide

Weiterhin sehr viele Erdbeben unter dem Vulkan Teide auf Teneriffa – 649 Erschütterungen auf Wochensicht

Die Erdbebenaktivität unter dem höchsten Vulkan des politischen Europas bleibt weiterhin deutlich erhöht und hat gegenüber der Vorwoche nochmals zugenommen. Nach Angaben des Überwachungsprogramms GUAYOTA von INVOLCAN wurden zwischen dem 3. und 10. Juli insgesamt 649 schwache Erschütterungen registriert, nachdem in der Vorwoche bereits 491 Erdbeben aufgezeichnet worden waren. Damit setzt sich der seit Jahren beobachtete Trend einer zunehmenden Seismizität und eines steigenden Drucks im hydrothermalen System des Vulkans fort.

GUAYOTA

Obwohl die Schwarmbebentätigkeit schwankt, kommt sie de facto nicht mehr zum Erliegen – inzwischen vergeht kein Tag mehr ohne Erdbeben. Zwar treten auch Erschütterungen in der Meerenge zwischen Teneriffa und Gran Canaria auf, die deutliche Mehrzahl der Beben ereignet sich jedoch am Westende der Caldera de Las Cañadas im Bereich des Teide-Pico-Viejo-Komplexes.

Die stärkste Erschütterung erreichte eine Magnitude von 2,2. Keines der Beben wurde von der Bevölkerung Teneriffas verspürt, und auch die insgesamt freigesetzte Energie blieb gering. Die im Wochenbericht dargestellte Häufung der Hypozentren westlich der Caldera de Las Cañadas unterstreicht den Charakter eines Erdbebenschwarms, wie er für vulkanische Systeme typisch ist. Im Gegensatz zu den Vulkanologen von INVOLCAN gehe ich allerdings weniger davon aus, dass sich die Erdbeben überwiegend im hydrothermalen System des Vulkans abspielen. Dafür liegen die Hypozentren mit Tiefen von mehr als zehn Kilometern meiner Ansicht nach zu tief. Meiner Einschätzung nach werden die Erdbeben direkt durch Magma verursacht, das sich unterhalb der Erdkruste akkumuliert und versucht, weiter aufzusteigen.

Die Verantwortlichen auf Teneriffa sehen dennoch keine unmittelbare Gefahr für Bewohner oder Besucher der Insel. Die Vulkanampel des kanarischen Zivilschutzes steht daher weiterhin auf Grün. Einwohner und Touristen können ihre Aktivitäten uneingeschränkt fortsetzen.

Im gesamten Archipel wurden in der vergangenen Woche 664 Erdbeben registriert. Neben Teneriffa traten schwache Erschütterungen auch auf Gran Canaria, El Hierro und La Palma auf. Letztere Insel befindet sich als einzige weiterhin auf der gelben Warnstufe. Mehr als vier Jahre nach dem Ende des Tajogaite-Ausbruchs haben sich dort einige geophysikalische und geochemische Parameter noch immer nicht vollständig normalisiert.