Krasheninnikov: Effusiver Vulkanausbruch hält an

Krasheninnikov bleibt aktiv und fördert weiterhin Lavaströme

Der russische Vulkan Krasheninnikov auf Kamtschatka hält seine effusive Tätigkeit aufrecht. In den vergangenen Wochen ist der mehrarmige Lavastrom, der an der Basis des Nordkraters entspringt und über dessen Ostflanke abfließt, weiter angewachsen. Nach mehreren Tagen dichter Bewölkung haben sich die Wolken heute gelichtet, sodass die MODIS-Satelliten wieder eine Wärmestrahlung detektieren konnten. Sie beträgt 124 MW und bewegt sich damit weiterhin auf einem hohen Niveau.



Krasheninnikov

Zuletzt ließ sich die Lavastromtätigkeit am 2. Juli anhand von Satellitenaufnahmen visualisieren. Das oben gezeigte Bild kombiniert zwei verschiedene Lichtspektren. Die Grundlage bildet eine Copernicus-Aufnahme im sichtbaren Lichtspektrum, in die ich den Rotkanal eines SWIR-Infrarotbildes integriert habe, der die Wärmesignatur der Lava sichtbar macht. Zu erkennen sind eine Wärmequelle im Zentrum des Nordkraters sowie mehrere Lavaströme, die am Kraterrand entspringen. Diese verlaufen teilweise in Lavatunneln, bevor sie wieder an der Oberfläche austreten.

Laut den Vulkanologen von KVERT wird die Eruption von starken Entgasungen begleitet. Der Krasheninnikov könnte jederzeit zu seiner zuvor beobachteten explosiven Tätigkeit zurückkehren. Daher muss mit Explosionen gerechnet werden, die Aschewolken bis in Höhen von 6 Kilometern fördern und damit eine Gefahr für den Flugverkehr darstellen können. Zudem können grobe Tephra auf ballistischen Flugbahnen und vulkanische Bomben Vulkanbeobachter in Kraternähe gefährden. Der Alarmstatus bleibt daher auf Gelb.

Der 1.856 Meter hohe Krasheninnikov ist ein Komplexvulkan, der aus zwei sich überlappenden Stratovulkanen innerhalb einer älteren Caldera besteht. Er liegt im Kronozki-Naturreservat südlich des Kronozkoje-Sees. Die aktuelle Eruption begann am 3. August 2025 und ist der erste historisch dokumentierte Ausbruch seit mehreren Jahrhunderten. Vermutlich wurde sie durch das Megabeben der Magnitude 8,8 ausgelöst, das sich am 30. Juli 2025 vor der Küste Kamtschatkas ereignete. Zunächst wurden kräftige Ascheemissionen mit mehrere Kilometer hohen Eruptionswolken registriert. Anschließend entwickelte sich die Aktivität zu einer überwiegend effusiven Phase mit anhaltenden Lavaströmen sowie wiederkehrenden Asche- und Gasemissionen.