Teneriffa: Neuer Erdbebenschwarm bereitet Sorgen

Neuer Erdbebenschwarm unter dem Teide auf Teneriffa – Magmenaufstieg möglich

Die seismovulkanische Entwicklung unter dem Teide-Massiv auf Teneriffa nimmt offenbar an Fahrt auf: Seit gestern Nachmittag (12. Februar) wird unter der Caldera des Vulkans Teide erneut ein Schwarmbeben registriert. In einem Statement des Instituto Geográfico Nacional de España (IGN) heißt es, dass 876 schwache Erdbeben verzeichnet wurden. Die meisten Erschütterungen waren extrem schwach und hatten Magnituden bis Mb 0,7. Nicht alle Beben konnten genau lokalisiert werden. Sie tauchen auch nicht auf der Shakemap des Instituts auf, sind aber als kleine Zipper im Seismogramm erkennbar. Die Analyse zeigt jedoch eine Konzentration im westlichen Bereich der Caldera Las Cañadas del Teide. Die geschätzte Tiefe liegt bei rund 8 km unter dem Meeresspiegel.

Seismogramm
Teneriffa. © ING

Wahrscheinlich würde eine KI noch Hunderte weitere Signale entdecken, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben. Wie bereits in den Vortagen gab es auch diesmal wieder zwei deutliche Signale, die länger anhielten und als LP-Ereignisse beschrieben werden. Solche langperiodischen Erdbeben stehen unter Vulkanen normalerweise direkt mit Fluidbewegungen in Verbindung. Wahrscheinlich handelt es sich hier um aufsteigendes Magma, das sich in einem Magmenkörper in rund 8 km Tiefe akkumuliert. Es könnte sich aber auch um Fluide und Gase handeln.

Die Aktivität begann am 7. Februar 2026 deutlich zuzunehmen. Seitdem wurden mehrere Schwärme mit Beben niedriger Energie registriert. Nach Angaben des IGN traten zunächst rund 90 schwache Erdbeben im Bereich von Las Cañadas auf, überwiegend in Tiefen zwischen 8 und 12 km. Am 10. Februar wurde zudem ein ungewöhnlich langes niederfrequentes Signal von etwa 45–50 Minuten aufgezeichnet, typisch für sogenannte LP-Ereignisse.

Ähnliche Episoden wurden bereits im Oktober 2016, im Juni 2019, im Juni und Juli 2022, im November 2024 sowie im August 2025 registriert. Die aktuelle Serie ist allerdings die intensivste. Nach aktuellem Stand gibt es keine Hinweise auf signifikante Bodenhebung oder außergewöhnliche Gasemissionen abseits der bereits kommunizierten Werte. Mich persönlich würde es jedoch nicht überraschen, wenn das nicht lange so bleibt.

Enrique vom Wissenschaftsblog „Volcanes y Ciencia Hoy“ spekulierte heute Morgen darüber, dass der aktuelle Schwarm durch das starke Erdbeben in Chile getriggert worden sein könnte – etwas, das laut wissenschaftlichen Studien durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Damit sich Fluide bewegen können, müssen jedoch bereits welche vorhanden sein. Selbst wenn der Schwarm durch das Beben ausgelöst wurde, ändert das nichts daran, dass sich offenbar in 8 km Tiefe unter dem Teide Schmelze akkumuliert. Kritisch wird es, wenn sie die 5-Kilometer-Marke erreicht.