Titan-Ridge-Vulkan: Bimssteinflöße gefährden Versorgung

Eruption am Titan-Ridge-Vulkan in der Bismarcksee von Papua Neuguinea geht abgeschwächt weiter. © Copernicus-Sentinel 2-11.Juni 2026

Vulkanausbruch des Titan-Ridge-Volcano in der Bismarcksee gefährdet durch Bimsstein Versorgung von Inseln in Papua-Neuguinea

Der Vulkanausbruch in der Bismarcksee hält seit mehr als einem Monat an und geht in abgeschwächter Form auch heute noch weiter, wie anhand des aktuellen Copernicus-Satellitenfotos zu sehen ist. Es werden weiterhin Bimssteine gefördert, die sich zu Flößen zusammenschließen. Die enormen Mengen an Bimsstein bereiten der Schifffahrt in der Bismarcksee große Schwierigkeiten und blockieren inzwischen die Küsten mehrerer Inseln im Bereich von Manus nördlich des Unterwasservulkans. Vor allem kleine Boote können die Bimssteinmassen nicht durchdringen, weshalb Behörden die Versorgungssicherheit der Insulaner gefährdet sehen.

Nach einem anhaltenden Unterwasservulkanausbruch in der Bismarcksee vor Papua-Neuguinea haben ausgedehnte Teppiche aus schwimmendem Bimsstein die Küsten der Insel Manus erreicht. Die Ablagerungen behindern den Schiffsverkehr, beeinträchtigen die Fischerei und verstärken die Sorge vor Versorgungsengpässen in den abgelegenen Küstengemeinden.
Laut Satellitendaten der NASA und anderer Agenturen wie Copernicus wurde der Unterwasservulkanausbruch am 8. Mai sichtbar. Der später Titan-Ridge-Volcano genannte Feuerberg liegt ca. 125 Kilometer südöstlich von Manus. Der Vulkan machte zunächst durch enorme Asche-Dampf-Wolken und Wasserverfärbungen auf sich aufmerksam. Wenig später wurden teils heiße Bimssteine an der Wasseroberfläche registriert. Sie trieben mit der Wasserströmung vor allem in Richtung Nordwesten und erreichten bereits in der letzten Woche die Inseln um Manus. Bewohner berichten, dass sich entlang der Küste meterhohe Ablagerungen angehäuft haben, die stellenweise so dicht sind, dass zuvor überflutete Bereiche in seichter Küstennähe nun zu Fuß erreichbar sind. Dabei wurden auch Korallenriffe bedeckt bzw. zugeschüttet. Mit fatalen Auswirkungen für das empfindliche marine Ökosystem.

Nach Angaben lokaler Vertreter sind zahlreiche Dörfer betroffen. Die Bevölkerung ist in hohem Maße vom Meer abhängig, weshalb die Bimssteinmassen große Auswirkungen auf den Alltag haben: Fischer können nicht ausfahren und Fracht bleibt in den Häfen liegen. Auch die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln ist gefährdet, die Verbindung zur Provinzhauptstadt Lorengau ist erschwert.

Der Vulkanologe Mike Rosenberg von Earth Sciences New Zealand äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Bimsstein selbst keine unmittelbare Gefahr darstelle. Problematisch sei vielmehr die enorme Menge des Materials, die die Fortbewegung auf dem Wasser stark einschränke. Solche Bimssteinteppiche entstehen nur unter bestimmten Bedingungen, wenn gasreiches Magma unter Wasser ausbricht, aufschäumt und an die Oberfläche gelangt. Bis die schwimmenden Gesteinsmassen absinken, könnten Monate oder sogar Jahre vergehen.

In einigen Siedlungen setzt man auf Eigeninitiative: Dorfbewohner und Schüler versuchen, die Strände vom Bims zu befreien und nutzen ihn, um sumpfige Flächen aufzufüllen, obwohl das wiederum nicht empfehlenswerte Eingriffe in die Natur sind.