Tokachidake: Alarmstufe des Vulkans auf „3“ angehoben

Alarmstufe wegen zunehmender Erdbeben am Tokachidake angehoben – Vulkanausbruch droht

Am japanischen Vulkan Tokachidake auf Hokkaido ist die Vulkanwarnstufe am 12. September 2026 von „2“ auf „3“ angehoben worden. Die JMA begründete den Schritt mit einer Zunahme vulkanisch bedingter Erdbeben sowie anhaltenden Anzeichen für eine Aktivierung des Vulkans. Für das Gebiet um den Krater 62-2 gilt eine Zutrittsbeschränkung mit einem Radius von 3 Kilometern um den Krater, wo eine Gefahrenzone eingerichtet wurde.

Die vulkanische Aktivität des Tokachidake ist bereits seit Monaten erhöht. Seit März registrieren Messungen eine Bodenhebung, die auf eine Inflation in mittlerer Tiefe unter dem Vulkan hindeutet. Seit April wird zudem eine erhöhte Schwefeldioxidfreisetzung festgestellt. Zu Spitzenzeiten wurden mehr als 2500 Tonnen des vulkanischen Gases ausgestoßen. Zuletzt wurden ca. 1000 Tonnen pro Tag registriert.

Auch die thermische Aktivität am Krater ist seit dem 17. August verstärkt. Langperiodische seismische Signale treten bereits seit längerer Zeit auf. Aufgrund dieser Entwicklung war die Warnstufe am 18. Juni von 1 auf 2 erhöht worden.

Seit dem 17. August wurden außerdem fünf stärkere vulkanische Erdbeben registriert. Zwei ereigneten sich am 20. August, zwei weitere am Samstagmorgen. Das jüngste Beben gegen 08:20 Uhr erreichte an der Messstation Iouzawa eine maximale Amplitude von etwa 24 Mikrometern. Nach Einschätzung der JMA könnte es am Fuß des Berges wahrgenommen worden sein. Trotz der vergleichsweise geringen Zahl der Ereignisse bewertet die Behörde deren Stärke und die Kombination mit den anderen Aktivitätsparametern als besorgniserregend.

Mit der Warnstufe 3 wurde das Gebiet, in dem bei einer Eruption mit großen ballistischen Gesteinsbrocken gerechnet werden muss, von etwa 1,5 auf rund drei Kilometer erweitert. Betroffen sind unter anderem Biei, Kamifurano, Furano, Minamifurano und Shintoku. Der Berg ist für Bergsteiger gesperrt. Vulkanasche und kleinere Gesteinsfragmente können zudem in Windrichtung deutlich weiter verfrachtet werden.

Der Tokachidake eruptierte zuletzt 1988 und 1989. Besonders gefürchtet ist jedoch die Katastrophe von 1926, als ein phreatischer Ausbruch eine Schlammlawine auslöste, die 144 Menschen das Leben kostete. Die damaligen Verhältnisse mit einer mächtigen Schneedecke sind im September allerdings nicht gegeben. Zum Zeitpunkt der aktuellen Warnstufenerhöhung war der Gipfel von Wolken verhüllt, sodass die JMA keine direkte Beobachtung des Kraters vornehmen konnte.