Überflutungen in China verursachen Naturkatastrophe

Schwere Überflutungen in China: Regenmassen lösen Katastrophe aus

Heftige und lange anhaltende Regenfälle haben in mehreren Regionen Chinas eine großflächige Hochwasserkatastrophe ausgelöst, bei der mehrere große und kleine Flüsse über die Ufer traten. Besonders betroffen sind süd- und zentralchinesische Provinzen wie Hunan, Hubei, Guizhou, Guangxi, Anhui und Jiangxi. Straßen wurden zu reißenden Flüssen und ganze Ortschaften sowie landwirtschaftliche Nutzflächen stehen unter Wasser. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und aus ihren Städten flüchten. Es gab große Schäden an Infrastruktur und Landwirtschaft. Die Behörden berichten von Todesopfern und mehreren vermissten Personen. 

Die in den sozialen Medien geteilten Aufnahmen dokumentieren die Auswirkungen der Überflutungen gut. Sie zeigen u.a. überflutete Straßenzüge, ineinander geschobene Autos und Unrat der durch die Straßen gespült wird.

Die Niederschläge gehören nach Angaben der Meteorologen zu einem außergewöhnlichen Wettersystem, das große Mengen feuchter Luft aus dem Südchinesischen Meer und dem Pazifik ins Landesinnere lenkt. In Kombination mit einem langsam ziehenden Tiefdruckgebiet wurden extreme Regenmengen generiert, was als ein klassischer Auslöser für Sturzfluten und Flusshochwasser gilt.

Neben der meteorologischen Situation spielen auch geologische und morphologische Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Eskalation der Lage. Viele der betroffenen Regionen liegen in stark reliefiertem Gelände, insbesondere in den Provinzen Guizhou und Hunan. Dort begünstigen steile Hänge schnelle Oberflächenabflüsse, sodass Regenwasser kaum versickern kann. Dies führt zu abrupt ansteigenden Pegeln in Flüssen und Nebenläufen.

Hinzu kommt die Beschaffenheit der Böden: In karstgeprägten Landschaften, wie sie in Südchina häufig vorkommen, gibt es Wechsellagerungen von durchlässigen Kalksteinformationen mit wasserstauenden Schichten. Während Wasser in Karstsystemen zwar grundsätzlich versickern kann, führen intensive Niederschläge oft zu einer Sättigung der unterirdischen Speicher, wodurch Wasser plötzlich oberirdisch abfließt und Flusssysteme überlastet.

Ein weiterer Faktor, der die Katastrophe verstärkt, ist die starke Urbanisierung. Versiegelte Flächen in den Großstädten Chinas reduzieren die natürliche Versickerung drastisch. Gleichzeitig sind viele Siedlungen entlang von Flussniederungen entstanden, die bereits in historischen Zeiten regelmäßig überflutet wurden.

Natürlich spielt auch der Klimawandel eine Rolle bei Hochwasserkatastrophen, da es zu immer stärkeren Extremwetterlagen kommt, die solche Situationen forcieren.

Das Zusammenspiel aus außergewöhnlicher Wetterlage, ungünstiger Topografie und menschlicher Landnutzung hat die Überschwemmungen in China zu einer der gravierendsten Naturkatastrophen der jüngeren Zeit gemacht.