USA: Tornados verwüsteten Gebäude in Illinois

Tornadoserie wütete im Mittleren Westen der USA – Illinois besonders hart getroffen

Eine Serie schwerer Tornados hat in mehreren Bundesstaaten des Mittleren Westens der USA große Schäden angerichtet. Besonders betroffen waren die Regionen rund um Chicago in Illinois und Indiana, wo zahlreiche Häuser zerstört und ganze Straßenzüge verwüstet wurden. Da Strommasten umknickten, kam es zu Stromausfällen. Der Flugverkehr wurde in einem großen Gebiet aufgrund starker Unwetter beeinträchtigt.

Tornado

In der Stadt Merrillville im Bundesstaat Indiana, die gut 50 Kilometer südöstlich von Chicago liegt, zog eine mächtige Trichterwolke über Wohngebiete hinweg. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, Bäume entwurzelt und Stromleitungen heruntergerissen. Auch die Andrean High School erlitt starke Schäden; Teile des Daches wurden abgedeckt, Fenster zerstört und große Teile des Schulgeländes verwüstet. Nach Behördenangaben wurden allein dort mehr als 200 Gebäude beschädigt.

Besonders schwer traf es die Kleinstadt Streator im Bundesstaat Illinois. Von dort liegen Berichte über mindestens elf Wohnhäuser vor, die entweder beschädigt oder sogar vollständig zerstört wurden. Vier Menschen erlitten leichte Verletzungen und mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Im Rathaus richteten die Behörden eine Sammelstelle für Evakuierte ein, während das Rote Kreuz eine Notunterkunft eröffnete. Trotz der Verwüstungen wurden keine Todesopfer gemeldet.

Nahe der Kleinstadt spielte sich auch eine dramatische Rettungsaktion ab, als ein Sturmjäger, unterstützt durch zwei Polizisten, einen älteren Mann aus den Trümmern seines Hauses barg. Die Bilder gehen inzwischen viral.

Der Nationale Wetterdienst entsandte Teams in die betroffenen Gebiete, darunter Streator, Naperville, Bartlett und Nordwest-Indiana, um das Ausmaß der Schäden zu untersuchen. Nach ersten Erkenntnissen zogen in der Nacht mehr als ein Dutzend Tornados über Illinois, Indiana und Wisconsin hinweg.

Die Unwetter hatten auch weitreichende Folgen für die Infrastruktur. Allein in Nord-Illinois waren zeitweise mehr als 148.000 Haushalte ohne Strom, in Nordwest-Indiana kamen weitere 62.000 betroffene Kunden hinzu. Umgestürzte Strommasten und beschädigte Leitungen erschwerten die Wiederherstellung der Versorgung.

Zudem sorgten die Stürme für massive Beeinträchtigungen im Flugverkehr. An den Flughäfen von Chicago, Philadelphia und New York kam es zu zahlreichen Verspätungen und Flugausfällen. Am Flughafen Chicago-Midway musste zeitweise sogar der Kontrollturm wegen einer Tornadowarnung geräumt werden.

Die Tornadoserie wurde durch eine außergewöhnliche Wetterlage über dem Mittleren Westen der USA ausgelöst: Eine Kaltfront traf auf sehr warme und feuchte Luft, die zuvor aus dem Golf von Mexiko weit nach Norden geströmt war. Gleichzeitig sorgte eine ausgeprägte Windscherung – also starke Änderungen von Windrichtung und Windgeschwindigkeit mit der Höhe – für die Bildung rotierender Gewitterzellen. Diese sogenannten Superzellen entwickelten sich am Donnerstag zu zahlreichen Tornados, die vor allem Illinois und Indiana trafen. Meteorologen hatten bereits Stunden zuvor vor der Gefahr starker Tornados gewarnt und auf die außergewöhnlich günstigen Bedingungen für schwere Unwetter hingewiesen.

Meteorologen warnen vor weiteren schweren Gewittern und einem erhöhten Tornadorisiko, das am Wochenende Teile von Kansas, Missouri und Illinois treffen könnte.