USA kämpft gegen Flammen: Frühe Waldbrandsaison setzt Norden des Bundesstaats Minnesota unter Druck
Im Norden des US-Bundesstaates Minnesota kämpfen Einsatzkräfte aktuell gegen mehrere größere Waldbrände an. Besonders betroffen sind die Regionen um Two Harbors am Oberen See sowie Crow Wing County, wo sich das sogenannte „Stewart Trail Fire“ und das „Flanders Fire“ innerhalb kurzer Zeit stark ausgebreitet haben. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Zudem wurden Straßen gesperrt und zahlreiche Gebäude beschädigt oder zerstört. Die Behörden sprechen von einer kritischen Lage. Die Waldbrände in Minnesota sind nicht die einzigen Feuer in den USA, denn auch die Vegetationsbrände in Texas und Florida sind nicht gelöscht.
Das Stewart-Trail-Fire nahe Two Harbors breitet sich gut drei Kilometer nördlich der Stadt aus und zerstörte nach offiziellen Angaben bereits mehr als 30 Gebäude. Darunter befanden sich Wohnhäuser und Nebengebäude. Teile des Highway 61 entlang der malerischen North Shore des Lake Superior mussten zeitweise geschlossen werden. Gleichzeitig breitete sich das Flanders Fire im Crow Wing County rasch auf mehr als 400 Hektar Fläche aus und führte zu weiteren Evakuierungen. Einsatzkräfte aus Feuerwehr, Polizei und Forstbehörden arbeiten mit Luftunterstützung im Dauereinsatz daran, die Flammen einzudämmen.
Die Waldbrandsituation im Osten der USA ist so früh im Jahr bereits kritisch, weil mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen: Die Region leidet unter ungewöhnlich trockenen Bedingungen nach einem niederschlagsarmen Frühjahr. Hinzu kamen starke Winde und niedrige Luftfeuchtigkeit, was eine gefährliche Kombination darstellt, die die Vegetation austrocknet und Feuer schnell vorantreibt. Wetterdienste hatten bereits sogenannte „Red Flag Warnings“ ausgegeben, die vor extrem hoher Waldbrandgefahr warnen.
Auch die Landschaft selbst bzw. das Missmanagement der Forstbehörden begünstigt Brände. Der Baumbestand in Nord-Minnesota ist von ausgedehnten Nadelwäldern mit Kiefern und Fichten geprägt. Diese enthalten harzreiches Holz, das besonders leicht brennt. Nach dem Wintern bleiben zudem oft trockene Pflanzenreste und abgestorbenes Material am Boden zurück – idealer Brennstoff für sich schnell ausbreitende Feuer.
Lokale Beobachter berichten zudem von trockenen Waldflächen und Resten aus der Holzindustrie, die die Situation verschärfen könnten. Daraus wird klar, dass die riesigen Waldflächen forstwirtschaftlich genutzt werden und überwiegend aus Sekundärwald bestehen Die primären Wälder aus Weiß- und Rotkiefern, Fichten, Tannen und Laubbäumen wurden zwischen 1880 und 1930 im Zuge des Holzbooms abgeholzt.
Während es in Minnesota auch in früheren Jahren bereits Waldbrände im Frühjahr gab, sind die aktuellen in ihrer Intensität ungewöhnlich. Große, schnell eskalierende Brände mit massiven Evakuierungen gelten aber eher als selten und werden zunehmend mit längeren Trockenperioden und veränderten Klimamustern in Verbindung gebracht.