Moderater Erdstoß Mw 5,1 in China lässt Häuser in Liuzhou kollabieren – Mehrere Personen verletzt
Datum: 17.06.2026 | Zeit: 16:21:05 UTC | Koordinaten: 24.451 ; 109.264 | Tiefe: 0 km | Mw 5,1
Ein Erdbeben der Magnitude 5,1 hat in der Nacht zum Montag die Region um die Industriestadt Liuzhou in der südchinesischen Provinz Guangxi erschüttert. Nach Daten des European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) ereignete sich das Beben am 18. Mai um 00:21 Uhr Ortszeit (17. Mai um 16:21 UTC) und hatte ein Epizentrum 20 Kilometer westnordwestlich von Liuzhou. Die Tiefenangaben sind widersprüchlich und schwanken je nach Erdbebendienst stark. Fest steht, dass es sich in geringer Tiefe manifestierte. Das EMSC gibt eine Herdtiefe auf Meeresspiegelniveau an, was erklärt, warum es trotz der moderaten Magnitude zu vergleichsweise starken Schäden kam: Nach Behördenangaben stürzten mindestens 13 Gebäude ein, mehrere weitere wurden beschädigt. Vier Menschen wurden verletzt, zudem galten zeitweise mehrere Personen als vermisst, weshalb lokale Medien auch von Todesopfern sprechen. Rettungskräfte suchten in den frühen Morgenstunden weiter nach Verschütteten.

Das Epizentrum lag in einem dicht besiedelten Gebiet südwestlich von Guilin, einer Region, die zwar nicht zu den bekanntesten Erdbebenzonen Chinas zählt, aber tektonisch offenbar keineswegs ruhig ist. Die Erschütterungen waren in einem weiten Umkreis spürbar und es gibt Berichte über panische Evakuierungen aus Wohnhäusern und Stromausfällen, die sich sich in sozialen Netzwerken verbreiteten.
Guangxi liegt fern der großen Kollisionszone des Himalaya und der besonders aktiven Störungsgebiete Westchinas wie Sichuan oder Xinjiang. Dennoch wird Südchina von einem komplexen Netz alter Verwerfungen durchzogen. Die Spannungen in der Erdkruste stehen indirekt mit der fortdauernden Kollision der Indischen Platte mit der Eurasischen Platte in Zusammenhang.
Diese gigantische Kontinentalkollision, die den Himalaya aufbaut, erzeugt Druck weit über Tibet hinaus. Teile Süd- und Südostchinas reagieren darauf mit langsamen Verschiebungen entlang alter Bruchzonen. In Guangxi verlaufen mehrere geologische Störungssysteme, darunter Strukturen entlang des südchinesischen Blocksystems, die gelegentlich moderate Erdbeben hervorrufen können. In den EMSC-Shakepaps sind größere Störungssysteme westlich des Epizentrums bei Liuzhou verzeichnet, aber keine signifikanten Störungen direkt in dem betroffenen Gebiet, so dass eine unbekannte lokale Störung aktiviert worden sein muss.
Neben der geringen Herdtiefe, bei der eine extrem flache Störung nahe der Oberfläche aktiviert worden sein muss, können weitere geologische Faktoren die Erdbebenwellen verstärkt haben. Weiche Sedimente können seismische Wellen verstärken und länger schwingen lassen als harter Fels. Liuzhou liegt am Liu-Fluss in einem von Karstlandschaften und Sedimentablagerungen geprägten Gebiet – Bedingungen, die lokal stärkere Erschütterungen begünstigen könnten.
Zusätzlich scheint es hier eine große Anzahl alter, nicht erdbebensicher konstruierter Häuser zu geben, die empfindlich auf horizontale Schwingungen reagierten. Dass vor allem mehrere Gebäude kollabierten, könnte auf strukturelle Schwächen einzelner Bauwerke hindeuten und muss nun untersucht werden.