Waldbrand-Situation im Südosten der USA spitzt sich weiter zu – neue Feuer seit dem Wochenende
Die Waldbrandsituation im Südosten der USA hat sich seit dem Wochenende deutlich verschärft. Während die beiden Großbrände in Georgia – das sogenannte Pineland-Road-Fire und das Highway-82-Fire – weiterhin außer Kontrolle sind, melden Behörden inzwischen eine neue Welle zusätzlicher Feuer. Allein am Sonntag berichtete die Forstbehörde des Bundesstaates von mindestens 15 neuen Brandherden, die die ohnehin angespannten Einsatzkräfte weiter unter Druck setzen.
Die beiden Hauptbrände haben zusammen inzwischen mehr als 200 km² Vegetationsfläche zerstört und sind weiterhin nur zu einem sehr geringen Teil eingedämmt: Die Feuerwehren sprechen davon, dass 7 bis 10 Prozent der Brände eingedämmt sind. Besonders kritisch ist die Unberechenbarkeit der Situation und die Eigendynamik der Feuer. Behörden berichten, dass sich einzelne Feuerfronten innerhalb weniger Stunden massiv ausgedehnt haben.
Weit über 100 Gebäude wurden bereits zerstört, zahlreiche weitere sind bedroht. Die Situation gilt als eine der schwersten Brandlagen in der Geschichte des Bundesstaates, insbesondere hinsichtlich der Sachschäden. Hunderte Menschen sind bereits obdachlos geworden, weitere werden folgen.
Die Hauptbrandursache ist in der langanhaltenden Dürre zu finden. Außerdem trugen weitere Faktoren wie extrem niedrige Luftfeuchtigkeit und auffrischende Winde zur Eskalation der Lage bei. Gleichzeitig fehlt weiterhin jeglicher nennenswerter Niederschlag, sodass keine kurzfristige Entspannung erwartet wird.
Seit dem Wochenende breiten sich dichte Rauchschwaden über mehrere Bundesstaaten aus und führen zu Luftqualitätswarnungen weit über die eigentlichen Brandgebiete hinaus.
Die Großwetterlage der USA wird noch von einer abklingenden La-Niña-Phase dominiert, die dem Südosten häufig eine Dürre beschert. Im Südpazifik mehren sich die Anzeichen dafür, dass sich dieses Jahr ein starkes El-Niño-Phänomen entwickelt, was für Regen in den aktuell betroffenen Regionen sorgen könnte, aber dafür woanders, z.B. in Australien oder Teilen Südamerikas, extreme Hitze und Dürre verursachen könnte.
Lage in Deutschland: Böden trocknen lokal aus
Im Vergleich zu den USA ist die Situation trotz der ersten Sonnentage des Jahres noch vergleichsweise entspannt. Dennoch schlagen einige Wetterdienste bereits Alarm, denn regional ist der Boden deutlich zu trocken, was mittelfristig zu einer erhöhten Waldbrandgefahr bei uns führen könnte. Im Gegensatz zum Pazifikraum wirken sich die Klimaphänomene El Niño und La Niña nur geringfügig auf Deutschland aus, ganz unbeeinflusst lassen sie uns dennoch nicht. Ob es bei uns zu Dürren oder Feuchtphasen kommt, hängt auch mit dem Jetstream und seiner lenkenden Wirkung auf Hoch- und Tiefdruckgebiete zusammen.
In Österreich ist es allerdings bereits so trocken, dass es bereits zu einem Waldbrand im Alpenland Kärnten gekommen ist, was zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich ist. Das Feuer nahe Maria Luggau breitete sich auf einer Fläche von 110 Hektar aus. Löschhubschrauber sind im Einsatz.