USA-Winterreise 2025: Washington D.C.

Washington D.C.: Die Szeglats im Zentrum der Macht

Unseren Winterurlaub 2025 verbrachten wir erneut in den USA und reisten zunächst nach New York City und von dort aus mit dem Mietwagen weiter in die Hauptstadt Washington, um dem orangenen Horror-Clown ein wenig näher zu sein. Ihr wisst ja, wie sehr ich ihn liebe und verehre! Kaum ein Präsident der USA hatte jemals so einen Unterhaltungswert wie Trump und sein Kabinett von Verschwörungstheoretikern, Impfgegnern, in die Jahre gekommenen Models und besoffenen Moderatoren, die nichts für sich behalten können und das geballte Wissen einer Tüte Chips in sich vereinen! Doch so unfähig die aktuelle US-Regierung auch sein mag, ihre Vorgänger haben die Hauptstadt der Vereinigten Staaten auf Vordermann gebracht und nicht mit Monumenten und Denkmälern gespart.

Ein Grund für uns, ausgerechnet zur Weihnachtszeit die Ostküste der USA zu besuchen, war ohne Zweifel die vergleichsweise moderaten Preise für Hotelübernachtungen. Da man hier hohe Bettenkapazitäten hat, die offenbar Geschäftsreisende ansprechen sollen, und diese zwischen Weihnachten und Neujahr bei ihren Familien verweilten, waren die Hotels trotz der Ferien nicht ausgebucht und nicht überteuert. Nach der gut 7-stündigen Fahrt von New York kommend bezogen wir eine gut ausgestattete Suite, die wir für ca. 140 € die Nacht bekamen und die nur wenige Kilometer außerhalb von Downtown lag. Einziger Wermutstropfen war das überteuerte Valet-Parken, weshalb wir den Wagen nachts einfach auf der ruhigen Straße vor dem Hotel stehen ließen, tagsüber aber auf einem kostenpflichtigen Parkplatz für 15 USD am Tag abstellten.

Direkt am ersten Besichtigungstag ging es in die Schaltzentrale der Macht und wir nahmen die Metro zum Weißen Haus. Wir waren völlig überrascht über den palastartigen Ausbau der Untergrundbahnstationen sowie deren Sauberkeit. Natürlich waren hier viele Polizisten und Soldaten unterwegs, dafür fehlten die in Deutschland mittlerweile obligatorischen Taschendiebe, Messerstecher und Eckenpinkler! Das Ticket löste man ganz einfach, indem man seine Kredit- oder EC-Karte am Eingang zur Metro am Drehkreuz automatisch scannen ließ. Die einfache Fahrt kostete 2,50 USD. Im Vergleich zu Deutschland ein Schnäppchen, zumal der Nahverkehr reibungslos funktionierte und pünktlich war.

Nach gut 15 Minuten kamen wir am Weißen Haus an. Es war frühmorgens und es waren nur wenige Leute unterwegs, die sich am Zaun vor dem Weißen Haus versammelten. Der Präsident war nicht zugegen, sondern verweilte im deutlich wärmeren Florida und heckte finstere Pläne aus. Gut für uns, denn wir enterten das Oval Office, wo Leroy am berühmten Schreibtisch Platz nahm und die Regierungsgeschäfte an sich riss. Ok, das taten wir nicht direkt im Weißen Haus, sondern im „The Peoples Haus“, das knapp 200 m von der echten Machtzentrale entfernt steht. Hier befindet man sich bereits auf dem Weg zu den weiteren Sehenswürdigkeiten Washingtons.

Diese konzentrieren sich auf das weitläufige Areal der „National Mall“, dem Zentrum Washingtons, das auch als „Achse der Demokratie“ bezeichnet wird und in dessen Zentrum wiederum sich das Washington Monument in Form eines riesigen Obelisken befindet. Die National Mall schaut auf Karten wie ein auf dem Kopf stehendes T aus, mit dem Unterschied, dass der Ost-West-Strich länger als der senkrechte Nordstrich ist, an dessen Ende sich das Weiße Haus befindet. Am Kreuzungspunkt der beiden Striche steht das Washington Monument, im Westen am Ufer des Potomac River findet man das Lincoln-Monument und drei Kilometer entfernt im Osten das Kapitol. Zu Füßen des Kapitols breiten sich die Gebäude der Smithsonian-Museumslandschaft aus, eine der größten Ansammlungen von Museen der Welt. Hier kann man tagelang verschwinden. Uns gelang es erst am 2. Tag in Washington, zumindest eines dieser Museen zu betreten. Unsere Wahl fiel nicht auf das „Museum of National History“, wo man als echter Steinbeißer richtig aufgehoben wäre, sondern auf das „Smithsonian National Air and Space Museum“, was Leroy’s Interesse an allem Fliegenden geschuldet war. Der Eintritt ist kostenlos, allerdings bedarf es einer Online-Reservierung, um eingelassen zu werden.

Da hingen und standen sie dann, die Mondlandefähre des Apollo-Programms, russische und amerikanische Atomraketen und geschichtsträchtige Flugzeuge wie die „Spirit of St. Louis“, eine DC-3 und das Cockpit einer Boeing 747. Was fehlte, war ein vernünftiges Restaurant, und auch sonst entpuppte sich die „National Mall“ als Servicewüste, in der man nicht mal einen anständigen Kaffee bekommt. Erst als wir vom Hunger getrieben der Nase folgten und in der Cafeteria des Museums of the American Indian landeten, gab es was Brauchbares zu essen.

Am dritten und letzten Tag in Washington cruiseten wir ein wenig durch die Stadt und unternahmen einen Abstecher zum Pentagon, was man ohne eine Drohne starten zu lassen nur schwer ablichten kann. Washington Downtown wirkte sogar ein wenig provinziell und ohne wirkliche Highlights, aber sauber und gepflegt.

Am Silvestermorgen verließen wir die amerikanische Hauptstadt und machten uns zurück nach New York, wo wir ein Hotel nahe des Flughafens in Jersey bezogen. Obwohl es teurer als die Suite in Washington war, wirkte es ein wenig heruntergekommen. Spätabends ging es dann in Jersey an das Ufer des Hudson, von wo aus wir zum Abschluss der Reise das Jahr verabschieden und das Feuerwerk und die berühmte Skyline beobachten wollten. Erwartungsvoll zählten wir den Countdown mit, doch das erwartete Feuerwerk blieb aus. Später erfuhren wir, dass es aufgrund des vorhergesagten Windes abgesagt worden war. Was für eine herbe Enttäuschung!

Das war erst einmal unsere letzte Reise in die USA! Obwohl das Land nach wie vor viele faszinierende Landschaften und Städte zu bieten hat, die auf ihre Erkundung durch uns warten, bin ich nicht mehr bereit, in ein Land zu reisen, dessen aktuelle Regierung man einfach nur noch als „korrupte Verräter der westlichen Wertegemeinschaft“ bezeichnen kann, die mit Mafia-Methoden vorgeht und in ihrem Egoismus die Welt einen Schritt näher an den Abgrund führt. Was mich verwundert ist, dass kein europäischer Verantwortungsträger Kante zeigt und sagt, was er denkt. Statt dessen ein Haufen rückgratloser Schleimer!