Papua Neuguinea: Rätselhafte Aschewolke in der Bismarcksee

Rätselhafte Aktivität in der Bismarcksee: Möglicher Unterwasser-Vulkanausbruch bei Papua Neuguinea entdeckt

Mitten in der zentralen Bismarcksee vor der Nordküste Papua-Neuguineas könnte sich ein seltenes vulkanisches Ereignis abspielen: Das zuständige Vulkanasche-Warnzentrum (VAAC) in Darwin meldete eine Aschewolke unbekannter Herkunft, deren Ursprungsort mitten im Meer auf eine submarine Eruption hindeutet. Sollte sich die Beobachtung bestätigen, wäre es eines der wenigen dokumentierten Ereignisse eines kaum bekannten submarinen Vulkansystems.

Papua Neuguinea. © VAAC Darwin

Grundlage der Warnung sind Aufnahmen des Wettersatelliten Himawari-9. Demnach wurde am 12. Mai gegen 04:10 UTC eine Aschewolke detektiert, die bis auf eine Höhe von 2700 m aufstieg und sich seitdem mit etwa 18 Kilometern pro Stunde nach Nordwesten bewegt. Die VONA-Warnung spricht ausdrücklich nur von einer „possible volcanic eruption“, also einem möglichen Vulkanausbruch. In den Satellitenbildern sei die Signatur nur teilweise zwischen Dampfemissionen und Wetterwolken erkennbar.

Die angegebenen Koordinaten (3°02′ Süd, 147°47′ Ost) des Ursprungs der vermeintlichen Eruptionswolke liegen nicht bei bekannten Inselvulkanen wie Manam oder Kadovar. Stattdessen verweisen sie auf das kaum erforschte submarine Vulkanfeld „Central Bismarck Sea“, das mitten in der See liegt. Das Gebiet befindet sich an einer tektonisch aktiven Zone entlang der South-Bismarck-Platte, wo Störungen und Spreizungsprozesse am Meeresboden zusammentreffen und ideale Bedingungen liefern, unter denen Magma aufsteigen kann.

In derselben Region gab es bereits früher Hinweise auf vulkanische Aktivität. Im Januar 1972 registrierten Wissenschaftler ungewöhnliche SOFAR-Signale, also Schallwellen, wie sie bekanntermaßen von Unterwassereruptionen erzeugt werden. Die Quelle wurde damals in der zentralen Bismarcksee lokalisiert, in der Gegend, wo jetzt die aktuelle Warnung ansetzt.

Die Signale damals wurden nicht nur auf der nahegelegenen Insel Manus aufgezeichnet, sondern sogar von Hydrofonstationen auf Wake Island und Midway im Pazifik. Direkte Beobachtungen eines Ausbruchs gab es damals jedoch nicht, weshalb das Ereignis bis heute als vermutete submarine Eruption gilt.

Die aktuelle Meldung auf Basis der Satellitenfotos liefert somit erstmals seit über 50 Jahren konkrete Hinweise auf Aktivität dieses schwer zugänglichen vulkanischen Systems. Noch ist unklar, ob tatsächlich ein Ausbruch stattfindet, doch die Kombination aus Dampf, Asche und passender Position macht das Szenario plausibel.

Update 20:00 Uhr: Am späten Nachmittag bestätigte das VAAC Darwin die Detektion einer weiteren Eruptionswolke in der zentralen Bismarcksee. Die Anzeichen einer mögliche submarinen Eruption verdichten sich.