Mehrere schwache Erdbeben unter Vulcano – Monatsbericht steht aus
In den letzten Tagen zog nicht nur die Seismizität am Ätna an, sondern auch im Bereich von Vulcano. Hier manifestierten sich Ende Februar/Anfang März 5 schwache Erschütterungen direkt unter der Insel und eine weitere vor der Nordwestküste. Drei der Beben lagen unter der Fossa, dem aktiven Vulkankegel mit seinem Fumarolenfeld. Die Beben waren sehr schwach und hatten zum Teil sogar negative Vorzeichen, was bedeutet, dass sie nur mit den modernsten Seismometern registriert werden können. Von den Erschütterungen selbst geht keine Gefahr aus, sie zeigen allerdings, dass es weiterhin Fluidbewegungen unter Vulcano gibt. Sollten in den nächsten Tagen vermehrt solche Beben detektiert werden, könnten sie andeuten, dass eine neue Magmablase unter dem Vulkan aufsteigt und in geringere Krustentiefen von 4 bis 5 Kilometern intrudiert. Zuletzt wurde im Sommer 2025 so ein Ereignis festgestellt, als es neben Erdbeben zu einer sprunghaften Erhöhung der Fumarolentemperaturen kam und große Mengen Kohlendioxid ausgestoßen wurden.

Aktuell lässt das INGV-Monatsbulletin für den Februar noch auf sich warten. Sollte es zeitnah erscheinen, reiche ich die aktuellen Daten hier nach. Im Bulletin für den Januar war zu lesen gewesen, dass die geophysikalischen und geochemischen Werte weiterhin leicht rückläufig waren und sich die Gesamtsituation entspannte. Dennoch lagen die Werte noch über dem langjährigen Mittel, so dass von Normalität noch nicht gesprochen werden konnte.
Auf Vulcano verhält es sich wie bei auch vielen anderen sporadisch aktiven Vulkanen, die über Jahrhunderte ruhen: Normalerweise dauern Aufheizphasen mehrere Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte. Das Magma steigt nicht in einem Rutsch aus großer Tiefe auf, sondern akkumuliert sich zunächst in 8 bis 12 Kilometern Tiefe, bis genug Schmelze vorhanden ist, damit sie die halbe Distanz bis zur Oberfläche zurücklegen kann. In 4 bis 6 Kilometern bildet sich ein flaches Speicherreservoir Waren die Anzeichen der tiefen Magmenakkumulation noch relativ schwach, werden nun Bodenhebung, erhöhter Gasausstoß und stärkere Schwarmbeben registriert. Aber selbst wenn sich Magma in geringer Tiefe ansammelt, heißt das nicht, dass es zu einem Vulkanausbruch kommen muss. Oft verweilt die Schmelze dort über längere Zeiträume. Je länger, desto explosiver wird eine spätere Eruption, weil sich das Magma chemisch verändert und ein hoher Gasdruck aufgebaut wird.
Bei quasi daueraktiven Vulkanen wie dem Ätna oder Piton Fournaise, wo sich die Pausenintervalle in Monaten berechnen, strömt aus der Tiefe ständig Magma nach, so dass es nicht lange in der Erdkruste verweilt, um zu differenzieren Hier werden die meisten Lavafontänen und Lavaströme gefördert. Vulcano hingegen hat das Potenzial, stärker explosive Ascheeruptionen zu erzeugen.
Auf der Shakemap sieht man übrigens auch einige Beben bei Alicudi, der westlichsten Insel des Liparischen Archipels.