Tödlicher Lahar am Merapi nach extremem Starkregen – mindesten 2 Menschen tot
Am Nachmittag des 3. März 2026 kam es am indonesischen Vulkan Mount Merapi zu einem tödlichen Lahar. Ausgelöst wurde der Schlamm- und Geröllstrom durch außergewöhnlich starke Regenfälle im Gipfelbereich des Vulkans. Drei Sandschürfer kamen ums Leben, sechs weitere wurden verletzt, zwei Menschen galten zeitweise als vermisst. Mindestens 15 Lastwagen wurden von den Massen aus Schlamm, Geröll und vulkanischem Material mitgerissen.
Nach Angaben des Überwachungszentrums für geologische Gefahren hielt der Starkregen etwa vier Stunden an. In dieser Zeit fielen rund 144 Millimeter Niederschlag – eine Menge, die in den steilen Einzugsgebieten des Vulkans als extrem gilt. Der Regen setzte gegen 15:00 Uhr Ortszeit ein. Bereits kurz darauf registrierte das automatische Messsystem erhöhte Niederschläge und gab ab etwa 15:15 Uhr Warnmeldungen aus.
Gegen 16:30 Uhr erreichten mehrere Lahare die Flussläufe, die vom Gipfel des Merapi nach Westen und Süden abfließen. Betroffen waren unter anderem die Flüsse Gendol, Apu, Trising, Senowo und Pabelan. Diese Täler fungieren als natürliche Abflusskanäle für lockere vulkanische Ablagerungen, die sich nach Eruptionen in großen Mengen am Vulkanhang ansammeln.
Besonders gefährdet sind die zahlreichen Sandabbauplätze entlang der Flussbetten. Dort wird vulkanisches Material mit Lastwagen abtransportiert, um es als Baumaterial zu verwenden – eine wirtschaftlich wichtige, aber riskante Tätigkeit, denn es kam bereits öfter zu ähnlichen Ereignissen. Die Opfer des Unglücks gehörten zu diesen Arbeitern.
Meteorologisch betrachtet stand das Ereignis mit den in der Regenzeit üblichen Starkregenereignissen im Zusammenhang, die sich immer wieder ereignen und durch eine Kombination aus feuchter tropischer Luft und lokaler Konvektion begünstigt werden. In der Regenzeit führen aufsteigende Luftmassen über den steilen Vulkanflanken häufig zu intensiven Gewitterschauern. Treffen solche Starkregenfälle auf die lockeren Asche- und Bimsablagerungen früherer Ausbrüche, können die Regenwasserfluten innerhalb kurzer Zeit zu gefährlichen Laharen anwachsen.
Behörden riefen die Bevölkerung entlang der Merapi-Flüsse zu erhöhter Wachsamkeit auf. Besonders bei starkem Regen im Gipfelbereich sollten Aktivitäten in den Flussbetten sofort eingestellt werden, da Lahare oft ohne lange Vorwarnzeit auftreten.
Der Vulkan selbst bleibt vom Regen unbeeindruckt und arbeitet an seinem Lavadom: Gestern wurden 128 Schuttlawinenabgänge bzw. Steinschläge und 48 Hybriderdbeben detektiert. Zudem gab es 3 vulkanotektonische Erschütterungen. Die vulkanische Aktivität ist unverändert stabil.