Ausbruch des Piton de la Fournaise dauert an – Lava breitet sich über Lavatunnel aus
Am Vulkan Piton de la Fournaise auf der Insel Réunion hält der am 13. Februar 2026 begonnene Vulkanausbruch weiterhin an. Inzwischen ist zwar nur noch eine einzige Eruptionsöffnung aktiv, die sich im immer weiter schließenden Schlackenkegel befindet, doch von dieser Eruptionsquelle aus verbreiten sich Lavaströme, deren Aktivität in den letzten Tagen intensiver geworden ist, was sich auch in einer leicht steigenden Tendenz der Tremoramplitude widerspiegelt. Ein neuer Lavaarm im Grandes Pentes veranlasste Mitarbeiter des OVPF dazu, eine durch die Lava bedrohte GNSS-Messstation zu evakuieren, die ansonsten von der Lava verschlungen worden wäre.
Solche GNSS-Stationen von wissenschaftlicher Genauigkeit sehen zwar nicht sonderlich imposant aus, kosten mit Installation auf einem stabilen Betonfundament im Gelände aber so viel wie ein Kompaktklassewagen. Selbst weniger solide installierte Anlagen bringen es auf mehrere Tausend Euro. Nicht verwunderlich also, dass man einige Mühen auf sich nahm, um die bedrohte Station am Piton Fournaise zu bergen. Leider ist dieses nicht immer möglich, so wurden bei Eruptionen am Ätna, aber auch am Kilauea und auf Island schon öfters Anlagen im Wert von über 100.000 € zerstört.
Die Messstation am Fournaise lag etwa 1,7 Kilometer vom Eruptionskegel entfernt. Ein Team des Observatoriums führte die Arbeiten gemeinsam mit dem geophysikalischen Dienst und der Hochgebirgsgendarmerie durch. Bei dieser Gelegenheit entnahmen die Forscher auch frische Lavaproben, die nun im Labor analysiert werden sollen, um genauere Informationen über die chemische Zusammensetzung des Magmas zu erhalten. Die verbliebenen GNSS-Messstationen am Gipfel und am Fuß des Kegels arbeiten weiterhin zuverlässig und detektieren eine leichte Aufblähung des Vulkans. Diese Deformation deutet darauf hin, dass sich das Fördersystem langsam wieder mit Magma auffüllt und die Eruptionsrate geringer ist als die Aufstiegsrate des Magmas aus der Tiefe.
Der Eruptionskegel hat sich in den vergangenen Wochen deutlich aufgebaut und schließt sich zunehmend. Nur noch wenige ausgeworfene Lavafragmente flogen gestern noch über den Rand des Kegels hinaus. Mit dem seitlichen Verschließen des Kraters hat sich unterhalb des Kegels ein ausgedehntes System von Lavatunneln gebildet. Durch zahlreiche Öffnungen in diesen Röhren tritt Lava aus und speist mehrere aktive Lavaströme, die sich stromabwärts über das Gelände ausbreiten.
Die aktivsten Bereiche des Lavafeldes liegen derzeit zwischen der Eruptionsstelle und der tektonischen Struktur der Grandes Pentes. Dort verbreitert und verdickt sich der Strom. Seit dem 3. März sind im oberen Bereich der Grandes Pentes erneut Lavaströme sichtbar. Die Lava tritt sowohl als blockige Aʻā-Ströme als auch als glattere, seilartige Pāhoehoe-Lava aus den Tunnelöffnungen aus. Die Front des am weitesten vorgedrungenen Lavastroms bleibt derzeit stabil und befindet sich rund 2,6 Kilometer oberhalb der Küstenstraße Route Nationale 2 auf etwa 660 Metern Höhe.
Die Lavafördermenge erreichte in den vergangenen 24 Stunden maximal 9 Kubikmeter pro Sekunde. Die Werte können stark variieren, da dichte Bewölkung die satellitengestützten Messungen zeitweise erschwert.
