Vulkan Ambae emittiert Aschewolke und zeigt thermische Anomalie

Anhaltende Eruption aus dem ehemaligen Kratersee des Ambae – Thermische Anomalien deuten auf Lavastrom im Krater Manaro Voui hin

Der Inselvulkan Ambae im Inselstaat Vanuatu bleibt aktiv. Die Eruption konzentriert sich weiterhin auf den Gipfelbereich im Krater Manaro Voui, wo nicht nur Asche- und Gasemissionen beobachtet werden, sondern auch aktive Lavaströme. Der Vulkanstatus bleibt unverändert bei Alarmstufe 3 auf der fünfstufigen Skala des Vanuatu Meteorology and Geohazards Department (VMGD). Diese Stufe entspricht einer kleinen Eruption mit Gefahren, die vor allem auf den Gipfelbereich beschränkt sind.

Aktuelle Meldungen des VAAC Wellington belegen, dass der Vulkan auch Mitte Juli 2026 weiterhin Asche- und Gaswolken produziert. Am 19. Juli 2026 wurde eine Aschewolke erfasst, deren genaue Höhe der Eruptionswolke aufgrund dichter Bewölkung nicht angegeben werden konnte, die aber dennoch von Vulkanbeobachtern am Grund gesichtet wurde.

Aus dem Wochenbericht des VGMD geht hervor, dass während des Zeitraums vom 9. bis 15. Juli in Satellitenbildern und über die Vulkan-Webcam mehrmals Emissionen registriert wurden. Die Asche- und Gasfahnen stiegen dabei bis in Höhen von etwa 1,5 bis 3 Kilometern über dem Meeresspiegel auf und drifteten abhängig von den Windverhältnissen in unterschiedliche Richtungen. Größere explosive Ereignisse oder eine deutliche Zunahme der explosiven Aktivität wurden bislang nicht gemeldet.

Satellitenaufnahmen aus der ersten Monatshälfte lieferten zudem Hinweise auf anhaltende thermische Aktivität im Krater. Auf mehreren Bildern lassen sich trotz Bewölkung ausgeprägte thermische Signale erahnen, die den gesamten Kraterbereich einnehmen. Auf einem fast wolkenfreien Bild vom 11. Juli sind schwächere Anomalien sichtbar, die in Kombination mit Beobachtungen im sichtbaren Licht klar zeigen, dass ein Großteil des Kraters mit Lavaströmen geflutet wurde, die nun abkühlen. Neben der explosiven Komponente des Vulkanausbruchs gibt es also auch eine wiederkehrende effusive Komponente, was den Ausbruch besonders spannend erscheinen lässt.

Der VMGD warnt die Bevölkerung weiterhin davor, die Danger Zone B innerhalb eines Radius von drei Kilometern um die aktiven Schlote im Lake Voui zu betreten. Zusätzlich wird empfohlen, während starker Regenfälle Abstand zu Bachläufen und Entwässerungsrinnen zu halten, da vulkanische Ablagerungen die Gefahr von Laharen erhöhen können.