Vulkan Puracé: Vulkanasche in 6400 m Höhe detektiert

Puracé stößt erneut Vulkanasche aus – Aschewolke zieht nach Westnordwesten

Der kolumbianische Vulkan Puracé ist weiter in Eruption begriffen und stieß nach einer Meldung des VAAC Washington in den frühen Morgenstunden des 19. Juli eine Wolke aus Vulkanasche aus. Sie verursachte nicht nur Ascheniederschlag, sondern auch eine neue VONA-Warnung.

Demnach begann die aktuelle Ascheemission gegen 04:30 UTC (23:30 Uhr Ortszeit am 18. Juli). Die Aschewolke zog vom Gipfel aus in westnordwestlicher Richtung und erreichte eine Höhe von Flughöhe 210, entsprechend ca. 6.400 Metern über dem Meeresspiegel. Da der Puracé selbst etwa 4.650 Meter hoch ist, stieg die Asche damit 1,8 Kilometer über den Krater auf. Die Ausbreitung erfolgte mit einer Geschwindigkeit von 19 km/h nach Westen bis Westnordwesten. Das VAAC rechnet damit, dass sich die Aschewolke im Laufe der nächsten zwölf Stunden weiter in diese Richtung verlagert, bevor sie sich auflöst.

Eine direkte Beobachtung der Aschewolke auf Satellitenbildern war allerdings nicht möglich. Dichte meteorologische Bewölkung verdeckte den Gipfelbereich, sodass sich das VAAC bei seiner Analyse auf die VONA-Meldung des kolumbianischen Vulkanobservatoriums sowie Wettermodelle stützte.

Die Eruption des Puracé hält seit Monaten an. Nach Angaben des Servicio Geológico Colombiano (SGC) blieb die Aktivität in der Woche vom 7. bis 13. Juli insgesamt erhöht, ohne sich wesentlich zu verändern, mit der Einschränkung, dass weniger Asche emittiert wurde und die Eruptionswolken selten höher als 500 m aufstiegen. Insofern war die aktuell gemeldete Emission bzw. Eruption deutlich stärker als die meisten Vorgänger der letzten Tage.

Die vulkanotektonischen Erdbeben konzentrierten sich weiterhin zwischen den Vulkanen Puracé und Piocollo in Tiefen von ein bis drei Kilometern und erreichten Magnituden von unter 1,0. Demnach bewegten sie sich im Rahmen der Mikroseismizität. Außerdem wurden anhaltende Signale registriert, die mit der Bewegung von Fluiden im Fördersystem in Zusammenhang stehen. Über die Anzahl der Beben gibt es keine Angaben. In den letzten Jahren haben die Berichte des SGC leider stark an Informationsinhalt eingebüßt.

Auch die geophysikalischen Messungen deuten auf ein weiterhin aktives magmatisch-hydrothermales System hin. Satelliten erfassen unverändert thermische Anomalien im Gipfelbereich des Puracé sowie am benachbarten Curiquinga-Kegel. Zudem hält eine langsame Bodenhebung im Bereich des Los-Coconucos-Vulkankomplexes an. Gasemissionen, insbesondere Schwefeldioxid, werden weiterhin beobachtet und sind erhöht, doch auch hier fehlen genaue Werte.

Das oben eingebundene Copernicus-Satellitenbild zeigt den größten Teil der Los-Coconucos-Vulkankette mit dem Krater Puracé an ihrem Nordende. Dort war bereits im Juni eine kleine thermische Anomalie zu erkennen, die im Infrarotspektrum visualisiert wurde. Außerdem sind großflächige Aschablagerungen sichtbar. Aktuellere Fotos gibt es aufgrund der Bewölkung nicht.