Vulkan Mayon am Tag 194 seiner Eruption

Mayon bleibt hochaktiv – PHILVOCLS reduziert Angaben zur Lavastromlänge

Der philippinische Vulkan Mayon setzt seine überwiegend effusive Eruption auch am 194. Tag in Folge fort. In der Nacht zum Samstag dokumentierte PHIVOLCS erneut strombolianische Explosionen am Gipfelkrater sowie den kontinuierlichen Ausfluss glühender Lava. Alarmstufe 3 bleibt bestehen und bestätigt ein hohes Maß an vulkanischer Unruhe mit der Möglichkeit einer weiteren Eskalation.

Mayon

Die fortlaufenden Messungen registrierten innerhalb von 24 Stunden 180 vulkanisch bedingte Erdbeben, darunter 13 Tremorphasen mit einer Dauer von bis zu 25 Minuten. Hinzu kamen 185 Steinschlagsignale und 18 Signale pyroklastischer Dichteströme, die durch Kollaps an der Front der Lavaströme ausgelöst wurden.

Die Schwefeldioxid-Emission lag zuletzt bei 3.748 Tonnen pro Tag, während eine bis zu 1.800 Meter hohe Dampffahne nach Südosten verfrachtet wurde. Gleichzeitig deuten geodätische Messungen auf eine fortgesetzte Inflation des Vulkangebäudes hin, auch wenn im Nordostsektor kurzfristig Deflation registriert wurde.

Besonders auffällig sind die im aktuellen Datenblatt deutlich nach unten korrigierten Angaben zur Länge der Lavaströme. Noch am Vortag hatte PHIVOLCS ihre Ausdehnung auf 3,8 Kilometer in der Basud-Schlucht, 3,2 Kilometer im Bonga-Graben und 2,1 Kilometer im Mi-isi-Graben beziffert. Im jüngsten Bulletin werden dagegen nur noch 1,5 Kilometer (Basud), 1,8 Kilometer (Bonga) und 2,0 Kilometer (Mi-isi) angegeben.

Diese Diskrepanz überrascht auf den ersten Blick, da sich die vulkanische Aktivität zuletzt sogar intensiviert hat. Möglicherweise handelt es sich nicht um ein tatsächliches Zurückweichen der Lava, sondern um eine Neubewertung der aktiven Fließfronten. Frühere Angaben bezogen sich vermutlich auf den bislang weitesten Fortschritt der inzwischen erkalteten Lavazungen, während nun offenbar nur noch die aktuell aktive, glühende Front vermessen wird. Ein aktuelles Sentinel-Satellitenfoto vom 17. Juli zeigt jedenfalls, dass sich die Lavafront des Stroms im Mi-isi-Gully im Vergleich zum 14. Juli deutlich verlängert hat.

Auch die Luftfahrt blickt mit Aufmerksamkeit auf den Vulkan: Das VAAC Tokyo veröffentlichte heute bereits drei Vulkanaschewarnungen. Auf Satellitenbildern ließ sich zwar keine der Aschewolken eindeutig identifizieren, dennoch bleibt die Situation aufmerksam unter Beobachtung, da Aschewolken den Flugverkehr gefährden können.

Die Sperrzone von sechs Kilometern um den Krater bleibt bestehen. PHIVOLCS warnt weiterhin vor Lavaflüssen, pyroklastischen Strömen, ballistischen Auswürfen, Felsstürzen sowie Laharen bei starken Regenfällen.