Fuego: Stärkerer Explosionen verursachen hohe Thermalstrahlung

Hohe Thermalstrahlung infolge einer stärkeren Explosionsserie – Touristen auf dem Grat zum Krater des Fuego gesichtet

Die MODIS-Satelliten registrieren heute eine hohe Thermalstrahlung vom guatemaltekischen Vulkan Fuego, wie sie sonst häufig von kleinen Lavaströmen emittiert wird. Doch Aufzeichnungen der Livecams enthüllen, dass die starke Wärmeentwicklung auf glühende Pyroklastika zurückzuführen ist, die in der Nacht im Zuge einer Serie stärkerer Explosionen ausgestoßen wurden.

Fuego

Die Phase erhöhter Aktivität begann gestern Abend und erreichte gegen 23:00 Uhr Ortszeit ihren Höhepunkt. In vergleichsweise kurzen Abständen kam es zu mehreren Explosionen, die die oberen Hänge mit glühender Tephra eindeckten. Diese rollte in Form von Schuttlawinen hangabwärts und hinterließ dabei deutlich sichtbare Glutspuren. Einige der Eruptionen wurden von länger anhaltendem Lavaspattering eingeleitet. Die emittierte Wärmestrahlung erreichte in der Spitze eine Leistung von 129 MW und wurde von MIROVA um 2:20 Uhr UTC registriert.

Bei den Eruptionen wurden nicht nur glühende Pyroklastika ausgestoßen, sondern auch feine Vulkanasche. Laut einer VONA-Meldung stieg diese bis auf FL 140 auf, was einer Höhe von etwa 4300 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Aschewolken wurden mit einer Geschwindigkeit von 48 km/h nach Westen verfrachtet. Dem vergleichsweise starken Wind ist es geschuldet, dass die Aschewolken nicht höher aufstiegen. In Ortschaften in Vulkannähe kam es zu leichtem Ascheniederschlag. Außerdem waren zeitweise Geräusche zu hören, die an eine Dampflok erinnerten.

INSIVUMEH attestierte dem Fuego gestern eine schwache bis mäßig starke Explosivität und beobachtete zwischen vier und acht stündliche Eruptionen. Vulkanasche stieg dabei bis auf eine Höhe von 4800 m auf.

Auf den Afar-TV-Livecamaufnahmen waren in der Abenddämmerung erneut zahlreiche Lichter von Taschenlampen zu sehen, die sich auf dem Grat zwischen Acatenango und dem Fuego-Krater bewegten. Offenbar waren die Beinahe-Katastrophen der vergangenen Wochen nicht Warnung genug für die selbsternannten Vulkanführer, ihre Gruppen bis in die unmittelbare Gefahrenzone zu führen. Etwas, das nicht nur riskant, sondern auch offiziell verboten ist.