Nach tagelangen Regenfällen: Bergsturz in Südwestchina zerstörte 10 Wohnhäuser und tötete mindestens 8 Menschen
Im Südwesten Chinas ereignete sich nach tagelangen Regenfällen im Ort Hanjia eine tragische Naturkatastrophe. Am Freitag gegen 09:08 Uhr Ortszeit lösten sich oberhalb der Siedlung gewaltige Gesteinsmassen aus einer steilen Felswand. Sie begruben zehn Gebäude vollständig unter sich und beschädigten weitere. Acht Todesopfer wurden bereits bestätigt. 34 Menschen gelten als vermisst und vermutlich unter den Schuttmassen begraben. Zehn weitere Personen erlitten teilweise schwere Verletzungen. Die Schuttlawine erreichte den Uferbereich des Wujiang-Flusses.

Das Ereignis, das in den Medien als Erdrutsch bezeichnet wird und meiner Meinung nach eher als Bergsturz einzustufen ist, wird in den Kontext starker Regenfälle gestellt, die in der Region auch zu Überflutungen führten. Der tatsächliche Auslöser des Felssturzes muss jedoch noch ermittelt werden. Bekannt ist, dass ein mehrere zehntausend Kubikmeter großer Felskörper aus einer Steilwand direkt hinter einer Siedlung herausbrach, beim Absturz in riesige Schuttmassen zertrümmert wurde und zahlreiche Gebäude am Fuß des Hanges begrub.
Nach der Katastrophe wurden mehr als 1.100 Bewohner vorsorglich evakuiert. Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig: Große Felsblöcke mit Volumina von mehreren tausend Kubikmetern müssen teilweise kontrolliert gesprengt oder zerlegt werden, bevor darunter nach Verschütteten gesucht werden kann. Außerdem regnet es weiter, was den Einsatz der Bergungsteams zusätzlich erschwert.
In sozialen Medien geteilte Aufnahmen dokumentieren die dramatischen Szenen während und nach dem Felssturz. Sie zeigen unter anderem Menschen, die panisch eine in Staub gehüllte Straße entlangrennen, um sich vor dem Bergsturz in Sicherheit zu bringen.
Als Hauptursache gelten anhaltende Starkregenfälle, die den Hang stark durchnässten. Bereits vor dem eigentlichen Bergsturz waren kleinere Steinschläge beobachtet worden, woraufhin erste Evakuierungen eingeleitet wurden. Warum der gesamte Hang schließlich versagte, untersuchen Geologen derzeit. Generell muss man sich die Frage stellen, ob man ganze Orte direkt im Schatten steiler Berghänge errichten sollte, noch dazu in schluchtähnlichen Tälern, die auch im Fall von Sturzfluten zu tödlichen Fallen werden.
Geologischer Hintergrund
Der Kreis Pengshui liegt im Karstgebirge Südwestchinas. Charakteristisch sind steile Kalkstein- und Dolomithänge mit tief eingeschnittenen Flusstälern und stark verwitterten Felswänden. Das Wasser der starken Monsunniederschläge der vergangenen Wochen könnte durch Klüfte in das Gestein eingedrungen sein und dort das Gefüge destabilisiert haben. Bereits kleinere Veränderungen des Porenwasserdrucks können in solchen Hängen dazu führen, dass instabile Gesteinsmassen versagen.