Pyroklastischer Strom am Semeru löste Samstagmorgen Warnsirenen aus – Livecam dokumentierte den Abgang
Am indonesischen Vulkan Semeru ist es am Samstagmorgen zum Abgang eines pyroklastischen Stroms gekommen. Gegen 06:22 Uhr Ortszeit glitt die heiße Mischung aus Vulkanasche, Gas und Gesteinsfragmenten langsam die Südostflanke des Vulkans hinab. Auf LiveCam-Aufnahmen ist zu sehen, wie sich die dichte Aschewolke talwärts ausbreitet. Zeitgleich ertönten Warnsirenen, während Lautsprecherdurchsagen die Bevölkerung vor der Gefahr warnten. Ein Beispiel dafür, wie Zivilschutz mit einfachen Mitteln funktionieren kann.

Nach Angaben des PVMBG wurde zwischen 06:00 und 12:00 Uhr Ortszeit ein Erdbeben registriert, das eindeutig einem pyroklastischen Strom zugeordnet werden konnte. Das seismische Signal dauerte 395 Sekunden. Außerdem wurden zwölf Eruptionsbeben sowie mehrere Entgasungsbeben aufgezeichnet. Hinzu kamen zwei harmonische Tremorphasen.
Das VAAC Darwin warnte den Flugverkehr vor einer Aschewolke, die in 4.600 Metern Höhe mit dem Wind nach Osten verfrachtet wurde. Wegen dichter Bewölkung ließ sich die Aschewolke auf Satellitenbildern zeitweise nicht eindeutig verfolgen. Dennoch gehen die Vulkanologen davon aus, dass der Semeru weiterhin intermittierend Asche auswirft.
Der 3.676 Meter hohe Semeru ist der höchste Vulkan Javas und einer der aktivsten Feuerberge Indonesiens. Seit 1967 befindet er sich nahezu ununterbrochen in eruptiver Tätigkeit. Typisch sind explosive Ascheeruptionen, Lavaabgänge sowie pyroklastische Ströme, die meist durch den Kollaps instabiler Lavazungen oder am Lavadom ausgelöst werden.
Besonders gefährdet ist das Tal des Besuk Kobokan an der Südostflanke, das den bevorzugten Abflusskanal dieser Glutlawinen bildet. Die Behörden halten deshalb an den bestehenden Sperrzonen fest. Das Betreten des Tals ist auf einer Länge von 13 Kilometern untersagt; entlang des Flusslaufs gilt wegen möglicher Ausweitungen pyroklastischer Ströme und Lahare ein Sicherheitsabstand von bis zu 17 Kilometern. Innerhalb eines Radius von fünf Kilometern um den Gipfel besteht zudem Gefahr durch herabfallende glühende Gesteinsbrocken.