Starkes Erdbeben Mw 7,3 erschüttert Mexikos Pazifikküste – Tsunamiwarnung, Vulkane werden beobachtet
Datum: 17.07.2026 | Zeit: 14:48:41 UTC | Koordinaten: 14.687 ; -92.859 | Tiefe: 25 km | Mw 7,3
Ein starkes Erdbeben der Magnitude 7,3 hat die Pazifikküste des mexikanischen Bundesstaates Chiapas erschüttert. Das Epizentrum lag vor der Küste nahe der Grenze zu Guatemala im Bereich des Mittelamerikagrabens. Dort taucht die Cocos-Platte unter die Nordamerikanische Platte ab. Das Beben ereignete sich in mittlerer Tiefe und war in weiten Teilen Südmexikos sowie in Guatemala und El Salvador deutlich zu spüren. Obwohl die Erschütterungen vielerorts Panik auslösten und Gebäude vorsorglich evakuiert wurden, blieben größere Schäden nach ersten Berichten aus. Vorsorglich wurde Tsunami-Alarm gegeben.

Das Epizentrum wurde vom EMSC 47 km west-südwestlich von Puerto Madero in Mexiko verortet. Die Herdtiefe befand sich in 25 Kilometern, was zwar eine mittlere Tiefe ist, aber eigentlich zu tief für ein großes Tsunamirisiko. Dennoch wurden Wellen bis zu 1 m Höhe für möglich gehalten. Die Warnung wurde inzwischen aufgehoben.
Auf das Hauptbeben folgte eine intensive Nachbebenserie. Innerhalb von nur drei Stunden registrierten die Seismometer mindestens acht mittelstarke bis starke Nachbeben. Bereits 30 Minuten nach dem Hauptstoß ereignete sich ein Nachbeben der Magnitude 6,0 in 10 Kilometern Tiefe, gefolgt von mehreren Erschütterungen über Magnitude 5. Die räumliche Konzentration der Beben auf ein relativ kleines Gebiet vor der Küste spricht dafür, dass sich entlang derselben Bruchzone weitere Spannungen abbauen. In den kommenden Tagen und Wochen ist mit weiteren Nachbeben zu rechnen.
Tektonisch ist die Erdbebenserie typisch für die aktive Subduktionszone vor Südmexiko. Die ozeanische Cocos-Platte bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa sieben bis acht Zentimetern pro Jahr unter die Nordamerikanische Platte. Dabei bauen sich enorme Spannungen auf, die sich schließlich in Form von Erdbeben entladen. Gleichzeitig speist die Subduktion den mittelamerikanischen Vulkanbogen, zu dem zahlreiche aktive Vulkane gehören, von denen mehrere im Wirkungskreis des Bebens liegen.
Dem Epizentrum am nächsten liegt der Vulkan Tacaná, dessen Gipfel ca. 90 Kilometer nordöstlich des Epizentrums aufragt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegten bereits nach dem großen Chiapas-Erdbeben von 2017, dass sich die Erschütterungen auf die Seismizität des Vulkans auswirkten und ihrerseits vulkanotektonische Beben am Vulkan triggerten, allerdings blieb eine Eruption aus.
Auch der etwa 175 Kilometer entfernte Santiaguito in Guatemala dürfte besonders aufmerksam überwacht werden. Der Lavadom gehört zu den aktivsten Vulkanen Mittelamerikas und befindet sich in einer kontinuierlichen Eruptionsphase. Ob sich das aktuelle Erdbeben tatsächlich auf die vulkanische Aktivität auswirkt, werden die Messdaten der kommenden Tage zeigen. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gibt es jedoch keine Hinweise auf bevorstehende neue Vulkanausbrüche.