Merapi zeigt erhöhte Aktivität – Pyroklastische Ströme und Schuttlawinenabgänge
Die jüngsten Beobachtungen vom Merapi deuten auf eine weiterhin hohe Aktivität des Vulkans hin. Livecamaufnahmen zeigen in wolkenfreien Momenten Abgänge glühender Schutlawinen, von denen es täglich mehr als 100 gibt. In der vergangenen Woche wurden insgesamt fünf kleine pyroklastische Dichteströme registriert, die Entfernungen von bis zu 1.000 Metern erreichten und überwiegend im oberen Bereich der Krasak-Rinne abgingen. Diese Ereignisse markieren eine Phase intensiver Dominstabilität, die mit anhaltendem Domwachstum zusammenhängt.

Die Messdaten der letzten 24 Stunden bestätigen ein breites Spektrum seismischer Aktivität am Merapi. Insgesamt wurden 104 seismische Signale registriert, die mit Abgängen glühender Schuttlawinen und Steinschlägen in Verbindung standen. Sie hatten Amplituden zwischen 2 und 26 mm und hielten teilweise mehr als drei Minuten an. Diese Ereignisse stehen in direktem Zusammenhang mit dem kontinuierlichen Kollaps instabiler Teile des Lavadoms. Das seismische Bild wurde von 61 Hybridbeben und 9 flachen vulkanischen Bebenereignissen ergänzt. Die Vielzahl der Hybrid- und Abbruchsignale deutet auf eine weiterhin aktive Magmazufuhr hin, die den Lavadom weiter wachsen lässt.
Tatsächlich zeigen morphologische Analysen, dass sich der südwestliche Dom weiter verändert hat, während der zentrale Dom weitgehend stabil blieb. Die aktuellen Volumina werden mit rund 4,03 Millionen Kubikmetern für den südwestlichen und 2,37 Millionen Kubikmetern für den zentralen Dom angegeben. Die Volumina änderten sich gegenüber vorherigen Perioden kaum, was zeigt, dass Magmanachschub und die Abführung von Lava in Form von Schuttlawinen und pyroklastischen Strömen im Gleichgewicht stehen.
Das Gesamtsystem zeigt weiterhin ein hohes Aktivitätsniveau, allerdings ohne signifikante Deformationsänderungen im Untergrund zu zeigen.
Im Verlauf der gesamten Woche wurden darüber hinaus zahlreiche Lavaabgänge dokumentiert. Besonders häufig betroffen war der Krasak-Fluss mit 36 registrierten Ereignissen, gefolgt vom Sat/Putih-System mit 33 Fällen. Weitere Abgänge traten in Richtung Bebeng- und Boyong-Flusssysteme auf, wobei Reichweiten von bis zu 2.000 Metern erreicht wurden. Diese wiederholten Materialbewegungen bestätigen die anhaltende Instabilität des südwestlichen Lavadoms.
Die seismische Gesamtaktivität der Woche war höher als in der Vorwoche. Besonders die Zunahme der Einsturz- und Mehrphasenbeben unterstreicht die fortgesetzte Förderung von Magma in den oberflächennahen Bereich. Die Behörden warnen entsprechend vor möglichen Glutlawinen, Laharen bei Regen sowie pyroklastischen Dichteströmen in den südwestlichen und südöstlichen Gefahrenzonen.